Studie: Rauchen schädigt DNA in Minuten
Studie: Rauchen schädigt DNA in Minuten

Wie die Wissenschafler im US-Wissenschaftsmagazin "Chemical Research in Technology" berichten, trete der schädliche Effekt von Zigaretten so schnell ein, dass er mit einer direkten Injektion in den Blutkreislauf gleichgesetzt werden könne. Die Wissenschaftler hatten bei zwölf Rauchern untersucht, inwieweit sich die verschiedenen Substanzen des Zigarettenrauches im menschlichen Körper ausbreiten und welchen Einfluss diese auf die DNA eines Menschens haben können. Es stellte sich heraus, dass die Schadstoffe bereits nach wenigen Minuten ihren höchsten Wirkungsgrad erreicht hatten. Studienleiter Stephen Hecht erklärte, die Ergebnisse sollten Menschen eine Warnung seien, die überlegen mit dem Rauchen anzufangen. Weltweit sterben täglich etwa 3.000 Menschen an Lungenkrebs, wobei 90 Prozent der Todesfälle auf das Rauchen zurückzuführen sind. Zudem gilt Zigarettenrauch als Auslöser für weitere 18 Krebsarten.

Zwölf Testpersonen untersucht

Für die Untersuchung fügten die Forscher der University of Minnesota in Minneapolis normalen Zigaretten zusätzliche und makierte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) zu, welche erwiesenermaßen Lungenkrebs verursachen können. Durch dieses Verfahren konnte schließlich der Weg der Giftstoffe im Körper der zwölf freiwilligen Testpersonen nachverfolgt werden.

Genschädigung in kürzester Zeit

Die Forscher fanden heraus, dass sich im Blut der Studienteilnehmer binnen weniger Minuten chemische Verbindungen bildeten, die die Erbsubstanz zerstören und Mutationen hervorrufen. 15 bis 30 Minuten, nachdem die Freiwilligen aufgehört hatten zu rauchen, erreichte die Belastung ihren Höhepunkt. Bisher war den Forscher nicht bekannt, dass Tabak-Gifte eine so unmittelbar negative Auswirkung auf die Gesundheit haben. Die Wissenschaftler waren davon ausgegangen, dass erst jahrelanger Tabakkonsum ernstzunehmende Schäden auslöse. Die Resultate sollten eine eindeutige Warnung an Menschen sein, so die US-Forscher. 

Studie bisher einzigartig

Laut Studienleiter Stephen Hecht stellt die Untersuchung ein Novum dar. Erstmals hätte man die Auswirkungen des Rauchens auf den menschlichen Stoffwechsel entschlüsseln können, ohne andere Faktoren dabei berücksichtigen zu müssen. Luftverschmutzung und Ernährung hätten beispielsweise aufgrund der direkten Untersuchungsmethode keinen Einfluss auf die Ergebnisse gehabt.

Krebsrisiko auch genetisch bedingt

Neben anderen Faktoren bestimmten vor allem auch die Gene darüber, in welchem Grad Zigarettenrauch den Organismus schädigt. Bei einer Studie mit 140.000 Teilnehmern fanden Wissenschaftler heraus, dass Personen mit bestimmten Mutationen vor allem auf den Chromosomen 8, 15 und 19 den Tabakkonsum stärker verfielen als andere. Die Betroffenen rauchten täglich im Schnitt mehr Zigaretten als die Vergleichspersonen und wiesen zudem ein um zehn Prozent erhöhtes Krebsrisiko auf.

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