Studie: Selbst gesunde Deutsche häufig beim Arzt

Laut einer Studie der Barmer GEK gehen einige Versicherte 200 Mal im Jahr zum Arzt, manche auch ohne ernsthafte Krankheit. Zugunsten der Krankenkassen sollen neue Regelungen eingeführt werden, die die damit verbundene Steigerung der Gesundheitskosten eindämmen sollen. Die größte deutsche Krankenkasse publiziert jährlich die Untersuchung “Gesundheitswesen aktuell”. Dieses Jahr wurden die Daten von etwa 580.000 Versicherten analysiert und ausgewertet. Danach gingen Dialyse-Patienten mit 200 Mal am häufigsten zum Arzt, da ihr Blut ständig gereinigt werden muss. Dennoch sind sie nicht der ausschlaggebende Faktor für den hohen Durchschnittswert. Nierenerkrankungen sind eher eine Seltenheit. Hingegen fielen häufig auftretende Krankheiten mehr ins Gewicht.

Zahl der Arztbesuche zu hoch

Besonders Volkskrankheiten wie Herzinsuffizienz, Depressionen und Bluthochdruck sind oft vertreten. Bluthochdruck-Patienten beispielsweise würden 32 Mal im Jahr den Arzt aufsuchen, Patienten mit Depressionen 44 Mal und Herzinsuffizienz-Patienten sogar 48 Mal. Die Barmer GEK teilte mit, dass etwa 20 Prozent ihrer Patienten allein 75 Prozent der Gesamtausgaben ausmachten. Speziell auf die ambulante Versorgung bezogen seien es immerhin noch 58 Prozent der Kosten. Dennoch, ein Großteil der Versicherten, etwa 70 Prozent, würden nicht mehr als 100 Euro im Jahr für Behandlungen in Anspruch nehmen. Trotzdem gingen selbst diese gesunden Menschen noch durchschnittlich zwei Mal pro Quartal in eine Praxis.

Hausarztverträge zur Vermeidung von Kosten

Zur Behebung dieses Problems der Krankenkassen sollen die bereits bestehenden, aber umstrittenen Hausarztverträge geändert werden, forderte Fischer. Die Barmer-GEK-Chefin ist davon überzeugt, dass überflüssige Arztbesuche so vermieden werden könnten. Seit dem Jahre 2009 werden die Hausarztverträge bereits mit den jeweiligen Hausärzteverbänden von den Krankenkassen abgeschlossen. Patienten, die an diesem Programm teilnehmen, sind verpflichtet, im Krankheitsfall zuerst einen Allgemeinmediziner aufzusuchen, der diesen dann im Bedarfsfall an einen Facharzt weiterleitet. So sollen Kosten für die Krankenkassen vermieden und die Allgemeinärzte mit Honoraren für mehr Arbeit entlohnt werden.

Allgemeinmediziner protestieren

Momentan protestieren tausende Allgemeinmediziner gegen die geplante Beschränkung der Bundesregierung der voraussichtlichen Mehreinnahmen der Ärzte. Fischer erklärte hingegen, dass die Barmer GEK immer noch voll und ganz hinter den Hausarztverträgen stehe, merkte aber an, dass diese nicht nur zwischen Krankenkassen und Hausärzteverbänden, sondern auch mit den Kassenärztlichen Vereinigungen geschlossen werden sollten.  

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