Studie: Wartezeit beim Arzt durchschnittlich 27 Minuten
Studie: Wartezeit beim Arzt durchschnittlich 27 Minuten

Die Wartezeiten, die Patienten in Wartezimmern von Praxen zubringen, variieren von Facharzt zu Facharzt teils recht stark. Dies hat eine Befragung im Auftrag des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) ergeben. Demnach warten Patienten von Augenärzten 37 Minuten bis zum Behandlungsbeginn. Patienten, die einen Orthopäden oder HNO-Arzt aufsuchen, müssen 35 Minuten Wartezeit einplanen. Bei Kinderärzten sind es noch 29 Minuten und beim Gynäkologen 23 Minuten. Gesetzlich versicherte Patienten von Zahnärzten werden im Durchschnitt am schnellsten aufgerufen. Bis zum Beginn der Behandlung durch den Zahnarzt vergehen lediglich 13 Minuten. Im Durchschnitt warten gesetzlich versicherte Bundesbürger 27 Minuten. Patienten der privaten Krankenversicherung kommen im Schnitt sechs Minuten eher dran.

Ansteckung im Wartezimmer unwahrscheinlich

Nicht wenige Menschen befürchten, sich während der Wartezeit bei anderen Patienten anzustecken. Was theoretisch möglich ist, ist praktisch “sehr unwahrscheinlich, sei sei denn, man wird direkt angehustet”, stellt Winfried Kern von der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie fest. Laut Kern sei die Gefahr, sich im Wartezimmer anzustecken, ebenso groß oder klein wie an jedem anderen Ort, an dem sich Massen von Menschen bewegen.

TV-Wartezimmer sorgt für Unterhaltung

Gedanken wie diese sollten schneller verfliegen, wenn der Patient während seiner Wartezeit unterhalten wird. Heutzutage bietet eigentlich jede Arztpraxis seinen Patienten ein gewisses Sortiment an Zeitschriften an. Doch nicht für jeden Patienten ist etwas dabei. So manches Mal ist das Angebot nicht auf dem aktuellen Stand. Es gibt jedoch auch Arztpraxen, die sich wirklich etwas einfallen lassen, um ihren Patienten die Wartezeit zu verkürzen. Sie greifen z.B. auf kurze Prophylaxefilme, stündliche Nachrichten oder Dokumentationen zurück. Diese werden auf Flachbildschirmen gezeigt, die die Praxen im Wartezimmer installiert haben. Bereits 5.100 Bildschirme des so genannten TV-Wartezimmers gibt es nach Angaben von Welt online bereits in ganz Deutschland. Das Programm des TV-Wartezimmers muss allerdings ohne Ton auskommen, um Patienten, die diesen Service nicht wünschen, nicht zu stören.

Privat Versicherte warten auch kürzer auf Arzttermin

Bis sich die Patienten überhaupt einmal in das Wartezimmer einer Praxis setzen können, vergeht bereits einige Zeit. Im Juni dieses Jahres wurden auch zur Vergabe von Arztterminen im Auftrag des BKK-Bundesverbandes 6.000 Bundesbürger befragt. Gesetzlich versicherte Patienten warten demnach mit durchschnittlich 20 Tagen noch immer sechs Tage länger auf einen Termin als Kunden der PKV. Gegenüber 2008 hat sich die Situation jedoch geringfügig zugunsten der Kassen-Patienten verschoben: Damals mussten gesetzlich Versicherte noch 21 Tage auf einen Arzttermin warten. Patienten der privaten Krankenversicherung warteten 2008 lediglich zehn Tage und damit noch kürzer als gegenwärtig.