Kind
In Haushalten mit Kleinkindern steigt die Virenbelastung erheblich © panthermedia.net / Vera Kuttelvaserova Stuchelova

Kinder erhöhen ungemein die Virenbelastung im Haushalt. Eine Studie hat herausgefunden, dass Kleinkinder, vor allem in Erkältungszeiten zu echten „Viren-Schleudern“ werden. Die Ergebnisse der Forscher von der University of Utah wurden in der Fachzeitschrift „Clinical Infectious Diseases“ veröffentlicht.

Mit jedem Kind steigt die Virenbelastung

Bei der betreffenden Untersuchung wurden insgesamt 108 Personen in 26 verschiedenen Haushalten ein Jahr lang sehr intensiv beobachtet. Dabei wurde notiert, ob jemand in der Familie an einer Erkältung oder Grippe leidet oder zumindest Anzeichen dafür zeigte. Die Forscher nahmen Nasenschleimhautproben, um die Last der Viren zu überprüfen. Dabei konnten 16 verschiedenen Virenarten erkannt werden, die Erkrankungen der Atemwege auslösen könnten. Insgesamt wurden dabei mehr als 4.000 Proben analysiert. In Haushalten, in denen keine Kinder wohnten, wurden nur an drei bis vier Wochen Viren in den Nasenschleimhäuten entdeckt. Bei einem Kind stieg der Schnitt bereits auf 18 Wochen. Bei Haushalten mit sechs Kindern wurden an 45 Wochen Viren festgestellt. Die Viren führten jedoch nicht gleich zu Krankheiten. Nur bei circa der Hälfte der Fälle war dies der Fall. Besonders bei Familien mit Kleinkindern unter fünf Jahren konnten beinahe ein halbes Jahr über Viren in der Nase festgestellt werden.

Schutzmaßnahmen gegen Infekte

Die Hamburger Kinderärztin Dr. Hess weißt darauf hin, dass man sich nur bedingt vor Erkältungskrankheiten oder einer Grippe schützen kann. Am besten man hält Abstand zu den Erkrankten und teilt keine Speisen oder Getränke.  Auch vitaminreiche Ernährung und Bewegung an frischer Luft stärken das Immunsystem und beugen somit Infekten vor. Die wichtigste Maßnahme sei jedoch das regelmäßige Händewaschen, da Viren im Alltag allgegenwärtig sind. Sie lauern zum Beispiel an Türklinken, Treppengeländern, Einkaufswagen oder auch auf Geldscheinen. Wenn alle Viren sichtbar wären, die sich auf der Handfläche eines Menschen tummeln, würde das Händewaschen vermutlich wesentlich ernster genommen werden. Mehr als 150 verschiedene Erreger befinden sich dort und versuchen in den Körper einzudringen. Dazu kommen ständig neue Erreger. Jeder von ihnen überlebt mindestens fünf Minuten, auf Geldscheinen kann ein Virus sogar bis zu 17 Tage überleben. Somit wechseln Viren beim Händeschütteln und überreichen von Geldscheinen den Wirt und man infiziert sich mit einer Grippe. Bei der Reinigung der Hände können bis zu 99,9 Prozent der Viren beseitigt werden.