Tierschützer beanstanden Tötung von Gänsen und Enten
Tierschützer beanstanden Tötung von Gänsen und Enten

Bei einer Stichprobe in Kobande in Mecklenburg-Vorpommern wurde festgestellt, dass die Tiere des Geflügelzüchters mit dem H5N2-Virus infiziert waren, das für Menschen allerdings keine Bedrohung darstellt. Das Schweriner Agrarministerium teilte aber mit, dass die Enten und Gänse getötet werden müssen, da sich das H5N2-Virus durch Ausbreitung zu dem für Menschen lebensgefährlichen H5N1-Virus entwickeln kann. Eben dieser bedrohliche Vogelgrippevirustyp hatte schon 2006 Nutztiere und Wildvögel in Deutschland befallen. Durch die Beseitigung des Geflügels wurde somit verhindert, dass das Vogelgrippe-Virus weitere Tierbestände befallen kann und somit zum hoch ansteckenden Erreger mutiert, eine typische Eigenschaft von Influenzaviren der Typen H5 und H7. Auch die Tierschutzverordnung sieht bei solchen Fällen eine Tötung vor.

Tierschützer: Tötung der Vögel unnötig

Eine Schlachtung und Vermarktung der Tiere wurde aufgrund der Unbedenklichkeit des Virus zuerst in Betracht gezogen, sei dann aber doch nicht möglich gewesen, so eine Sprecherin des Agraministeriums. Die Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. (AGfaN) in Niedersachsen erklärte die Tötung aber dennoch für unnötig, da das entdeckte Virus keine Gefahr für die menschliche Bevölkerung darstelle. Auch Tierärztin Dr. Karin Ulich hält es für völlig ausgeschlossen, dass aus dem harmlosen H5N2-Virus bei dem Geflügel in Mecklenburg-Vorpommern der gefährliche Typ H5N1 entsteht. Das intakte Immunsystem gesunder Freilandtiere entwickelt Antikörper gegen das Influenzavirus H5N1 und somit würden die Viren auf natürliche Weise schon nach kurzer Zeit verschwunden sein, so die Tierärztin.   

Tod durch Ersticken

Die Massentötung der Tiere wurde von Fachkräften begleitet und von einem Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. beobachtet, der das Gelände aber nicht betreten durfte. Die Tiere wurden in die Transportkörbe verladen und auf einer langsamen und damit schonenden Fahrt zum Vergasungscontainer gebracht. Allerdings wurden die Tiere dann aus hoher Entfernung zum Container einfach in einen Trichter mit Fallrohr geworfen, was der Mitarbeiter vom AGfaN als tierschutzwidrig bezeichnete. Anschließend erfolgte die Tötung des Geflügels wie üblich mit Kohlendioxid. Das CO2-Gas führt letzendlich zum Tod durch Ersticken der Tiere. Massentötungen dieser Art haben schon in der Vergangenheit zu Protesten geführt, was sich negativ auf den Geflügelverkauf auswirkte. Daher will die Geflügelwirtschaft so wenig öffentliche Aufmerksamkeit wie möglich.

Kommentare