Umfrage: Schlafmangel unter Führungskräften weit verbreitet
Umfrage: Schlafmangel unter Führungskräften weit verbreitet

In Deutschlands Führungspositionen herrscht chronischer Schlafmangel: Im Schnitt müssen die Führungsspitzen mit sechs Stunden und zehn Minuten pro Nacht auskommen und schlafen damit wesentlich weniger als der Durchschnitt der Bevölkerung. Nach eigenen Angaben bräuchten die Chefs 40 Minuten mehr nächtliche Ruhe, um sich am nächsten Tag wieder hundertprozentig fit zu fühlen. Das geht aus dem sogenannten “Capital-Elite-Panel” hervor, welches das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag des Wirtschaftsmagazins "Capital" durchgeführt hat. Für die Studie wurden insgesamt 519 Führungspersonen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung nach ihren Schlafgewohnheiten befragt. Insbesondere Spitzenpolitiker sind vom Schlafmangel betroffen.

Normalschläfer ohne Chance auf Führungsposition

Die aktuelle Umfrage offenbart: Wenig Schlaf ist eine Grundvorraussetzung dafür, überhaupt in Führungsetagen gelangen zu können. Mehr als jeder zweite Befragte (57 Prozent) meinte, ein Normalschläfer habe keine Chance auf eine Führungsposition. Zudem haben mehr als die Hälfte der Chefs schon einmal erlebt, dass Verhandlungen von der Müdigkeit einzelner Teilnehmer beeinflusst wurden, etwa weil auf einmal Zugeständnisse gemacht wurden.

Schlafmangel als Gefahr für die Gesundheit

Den Ergebnissen zufolge schlafen Spitzenpolitiker jede Nacht am wenigsten. Knapp ein Drittel (31 Prozent) von ihnen haben nur fünf oder noch weniger Stunden Schlaf pro Nacht, teilte das Institut für Demoskopie mit. Auch in der Wirtschaft stehen nur wenige Stunden Schlaf auf der Tagesordnung: 18 Prozent der Führungspersonen kommen ebenfalls lediglich auf maximal fünf Stunden Schlaf. Dabei ist der Schlafmangel nicht nur für die beruflichen Verhandlungen nachteilig, es drohen außerdem erhebliche gesundheitliche Beschwerden. Frühere Studien belegten bereits, dass weniger als sechs Stunden Nachtruhe ein erhöhtes Risiko von Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit sich bringen. Auch ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko durch zu wenig Schlaf haben Wissenschaftler bereits ausgemacht.

Befragung von 519 Führungskräften

Für das Elite-Panel hat das Institut für Demoskopie Allensbach insgesamt 519 Spitzenpolitiker, Unternehmenschefs und Behördenleiter befragt, darunter 19 Minister und Ministerpräsidenten, 21 Leiter von Bundes-und Landesbehörden sowie 77 Vorstände und Geschäftsführer von Unternehmen mit mehr als 20.000 Mitarbeitern.