Versuchter Mord: Arzt zu zehn Jahren Haft verurteilt
Versuchter Mord: Arzt zu zehn Jahren Haft verurteilt

Der Angeklagte Arzt akzeptierte das Urteil des Coburger Landgerichtes teilnahmslos. Dagegen störte seine Ehefrau von der Zuschauerbank wiederholt die Verhandlung. Sie behauptete, die Ex-Freundin ihres Mannes hätte die Blutverdünner selbst eingenommen. Laut Staatsanwaltschaft hatte der 41-Jährige, aus dem thüringischen Schmalkalden stammende Arzt im Jahr 2003 eine Affäre mit der OP-Schwester aus Kronach begonnen. Nachdem die Freundin berichtete, dass sie schwanger sei, habe er Angst bekommen, dass seine Ehefrau von dem Verhältnis erfahren könnte. Die Freundin lehnte eine Abtreibung strikt ab. Daraufhin verabreichte er ihr heimlich Blutverdünnungsmittel, die Blutungen und eine Frühgeburt auslösen sollten. Aufgrund starker Nasen- und Zahnfleischbluten wurde die Frau im Juni 2007 ins Krankenhaus eingeliefert und wies lebensbedrohliche niedrige Blutgerinnungswerte auf. Trotz des Risikos innerer Blutungen konnte die Frau wenig später ein gesundes Kind zur Welt bringen. Der 41-Jährige wurde nun wegen versuchten Mordes zu zehn Jahren Haft verurteilt und muss 20.000 Euro Schmerzensgeld an seine Ex-Freundin zahlen. Die Verteidigung kündigte Widerspruch an.

Zunächst Freispruch gefordert

Der Angeklagte plädierte zu Prozessbeginn für Freispruch und bestritt bis zuletzt die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger erklärte, dass für die festgestellten inneren Blutungen der Ex-Freundin viele Gründe möglich gewesen sein könnten. Die Frau habe zeitweise Hormonpräparate eingenommen, die ähnliche Wirkungen wie das Blutverdünnungsmittel Marcumar haben könnten. Es sei unwahrscheinlich, dass der Arzt der Frau Blutverdünnungsmittel zur Abtreibung des ungeborenen Kindes verabreicht habe. Schließlich wisse er als Mediziner, dass eine Abtreibung nur bis zum dritten Schwangerschaftsmonat emöglich sei.

Arzt verabreicht heimlich Blutverdünner

Laut Anklage hätte der Arzt der Frau die blutverdünnenden Medikamente heimlich in den Tee gerührt. Damit habe er verhindern wollen, dass das Kind zur Welt kommt und seine Ehefrau davon erfährt. Zuvor hätte er seiner Freundin Geld geboten, damit diese das Kind abtreibe. Das hatte die Schwangere jedoch abgelehnt. Die Blutverdünner hätten schwere Schädigungen und Missbildungen des Fötus sowie innere Blutungen bei der Schwangeren verursachen können. Glücklicherweise brachte sie im Juli 2007 ein gesundes Baby zur Welt.

Verteidigung geht in Revision

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer zwölf Jahre Haft wegen versuchten Mordes gefordert. Das Cobuger Landgericht verurteilte den Arzt schließlich zu zehn Jahren Haft. Der Verteidiger des Arztes kündigte an, gegen das Urteil in Revision zu gehen. Er hatte zu Beginn des Prozesses Freispruch gefordert. Der Mediziner bleibt vorerst in Untersuchungshaft. Für ihn besteht Fluchtgefahr.