Schlaf
Wenig Schlaf macht Menschen anfälliger für Erkältungen © panthermedia.net / Anton Maltsev

Im Rahmen einer Studie von der University of California in San Francisco gingen Forscher der Vermutung nach, dass zu wenig Schlaf die Entwicklung von Infektionen im Körper begünstigt. Sie stellten fest: Schlafmangel steigert das Erkältungsrisiko drastisch. 

Weniger Erkältungen durch längeres Schlafen

Aric Prather und sein Forscherteam untersuchten die Lebensgewohnheiten von 164 erwachsenen Personen. Neben Trinkgewohnheiten spielten Faktoren wie Tabakkonsum, Stress und Ernährung eine zentrale Rolle. Innerhalb einer Woche wurde der Schlaf der Probanden mit Hilfe von Sensoren überwacht und analysiert. Im Anschluss wurden alle Teilnehmer mit einem Erkältungsvirus infiziert und in einem Hotel von der Öffentlichkeit isoliert untergebracht. Durch die Entnahme von Nasenschleim-Proben gewannen die Forscher interessante Erkenntnisse über den belasteten Organismus: Demnach waren all jene, die weniger als sechs Stunden pro Nacht schliefen, im Vergleich zu Menschen mit mindestens sieben Stunden Nachtruhe 4,2 Mal anfälliger für eine Erkältung.

Forscher simulierten Erkältungswoche

Prather teilt weiter mit, dass das Alter, die Bildung und der Stressfaktor der Versuchspersonen keinen Einfluss auf die Ergebnisse genommen hat. Zudem spielte sowohl der Alkohol- als auch Zigaretten-Konsum für den Schlaf eine untergeordnete Rolle. Nach Ansicht des Forscherteams ist die Studie wesentlich aussagekräftiger als frühere Untersuchungen auf diesem Gebiet. In anderen Studien wurden die Personen zwischenzeitlich aus dem Schlaf geweckt oder daran gehindert, in den Schlafzustand zu fallen. Prather und sein Team haben als weltweit erste Forschergruppe eine „normale“ Erkältungswoche simuliert.

Wer zu wenig Schlaf bekommt, riskiert Infektionen

Der Mensch braucht Schlaf. Personen, die unter Schlafstörungen leiden, wissen dies aus eigener Erfahrung. Auch Prather betont die Bedeutung eines ausreichenden Schlafs. In der Gesellschaft bestehe häufig ein gewisses Streben, wenn es darum geht, wenig Schlaf zu benötigen und dennoch jeden Tag gute Leistungen zu erbringen. Schlaf sollte jedoch vielmehr als wesentlicher Faktor für das eigene Wohlergehen angesehen werden, so Prather. In diesem Zusammenhang befürwortet der Wissenschaftler die Durchführung weiterer Studien, sodass auch dadurch ein verstärktes Bewusstsein für die Bedeutung von Schlaf in den Köpfen der Menschen entstehe.