Wetterfühligkeit: Abhärtung ist das richtige Gegenmittel
Wetterfühligkeit: Abhärtung ist das richtige Gegenmittel

Wetterfühligkeit bezeichnet per Definition die "Beeinflussbarkeit von Allgemeinbefinden, Stimmung und Leistungsfähigkeit durch Witterungserscheinungen". Meteoropathie – so der wissenschaftliche Fachbegriff – ist ein noch weitgehend unerforschtes medizinisches Phänomen. Zwar gab es zu diesem Thema bereits eine Vielzahl von Studien und Umfragen, dennoch ist die Mehrzahl der Untersuchungsergebnisse unsicher, fraglich und unbefriedigend. Medizin-Meteorologen gehen davon aus, dass es sich bei der Wetterfühligkeit um eine Art Schutzreflex handelt, der vor Wetterwechseln warnen sollte.

Die Suche nach einem Zusammenhang: Wetter und Gesundheit

"Ich kann mir vorstellen, dass es da etwas gibt. Aber das ist schwer nachzuweisen, weil sehr viele Faktoren gleichzeitig mit dem Wetter auf den Menschen einwirken", sagt Hans Richner. Der Atmosphärenphysiker erforscht am Institut für Atmosphäre und Klima an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich den Zusammenhang zwischen Wetter und Befinden. "Dass wir auf das Wetter reagieren, ist eine triviale Feststellung", doch für wirklich evidente Untersuchungen fehle den Physikern das Geld und das nötige ärztliche Fachwissen.Daher fordert er eine stärkere Einbindung der Ärzte.

Gesundheitliche Belastungen durch das Wetter

Die Ursachen für die Wetterfühligkeit der Menschen ist durchaus vielseitig. Die Auswirkungen für jeden einzelnen sind jedoch sehr unterschiedlich. Einzelelemente spielen oftmals die entscheidende Rolle. So bedeutet zum Beispiel Schwüle bei Herz-Kreislauferkranken eine höhere Belastung, als bei "gesunden" Menschen. Auch thermische Belastungen wie Hitzestress haben ihre Auswirkungen auf unseren Körper. So gibt es von Seiten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) Untersuchungen, die belegen, dass hohe Temperaturen in Zusammenhang mit Windstille die Sterblichkeit um bis zu 25 Prozent erhöhen können. Eine Schlüsselrolle sollen kleine und häufige Druckschwankungen spielen. Aber auch elektrische Ladungen, die bei Luftmassentransporten und -überlagerungen erzeugt oder verschoben werden, könnten eine Ursache für den Einfluss des Wetters auf den Menschen sein.

Wetterfühligkeit als Zivilisationskrankheit

Eine weitere Ursache sehen die Mediziner im Lebenswandel der Menschen und so wird Wetterfühligkeit sogar schon als Zivilisationskrankheit bezeichnet. Die Vermutung ist, dass Wetterbeschwerden, die auch mit der Lebensführung im Zusammenhang stehen, zum Teil psychischer Natur sein könnten. Wer sich also regelmäßig Wetterreizen aussetzt, härtet das Immunsystem ab, und wird weniger empfindlich gegen meteorologische Reize.

Wetterfühligkeit zählt im übrigen nicht zu den krankhaften Beschwerden, auch wenn die Wetterempfindlichkeit durchaus einen Krankheitswert besitzt. Wer eine entsprechende Behandlung seiner durch Wettereinflüsse verursachten Beschwerden genießen möchte, sollte das Leistungsspektrum seiner gestzlichen Krankenkasse oder seiner privaten Krankenversicherung überprüfen und gegebenenfalls einen Wechsel in Erwägung ziehen, um die Beschwerden behandeln lassen zu können. Einige Krankenkassen zahlen bereits die Kosten für alternative Heilmethoden. Ebenso könnte man über Zusatzversicherungen Lücken im Leistungsbereich der Krankenkasse schließen.