WHO: Drastischer Anstieg der Anzahl an Krebs-Patienten
WHO: Drastischer Anstieg der Anzahl an Krebs-Patienten

Nach dem Bericht der WHO wurden 2012 circa 14 Millionen Krebs-Neuerkrankungen weltweit registriert. Dabei entfiel etwa die Hälfte auf Asien, ein Viertel auf Europa, ein Fünftel auf die USA und rund acht Prozent auf Afrika und den Mittleren Osten. Doch Bevölkerungswachstum und gestiegene Lebenserwartung allein begründen diese Entwicklung nicht. Vor allem die starke Umweltverschmutzung – besonders der Luft – und die Annahme eines ungesunden Lebensstils mit vermehrtem Fast-Food-, Tabak- und Alkoholkonsum führte in den Entwicklungs- und Schwellenländern zu steigenden Zahlen bei Neuerkrankungen. Daher fordert die WHO die Regierungen weltweit zu mehr politischem Einwirken durch präventive Maßnahmen auf, um dem prognostizierten Anstieg auf etwa 21,6 Millionen Neupatienten pro Jahr bis 2030 entgegenzuwirken.

Lungenkrebs häufigste und tödlichste Krebserkrankung

Wie die WHO bekannt gab, wurden 2012 weltweit 1,8 Millionen (12,6 Prozent aller Fälle) Neuerkrankungen mit Lungenkrebs diagnostiziert. Brustkrebs (1,7 Millionen bzw. 11,9 Prozent) und Darmkrebs (1,4 Millionen oder 9,7 Prozent) folgen als nächst häufige Krebsarten bei den Neuerkrankungen in diesem Jahr. Die schlechteste Prognose hatten dabei die Lungenkrebspatienten: 1,6 Millionen Menschen starben 2012 weltweit.

Erkrankungsprognose für Deutschland ähnlich

Bei den rund 500.000 Krebs-Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland zählen ebenfalls Prostata- und Brustkrebs, aber auch Hautkrebs zu den häufigsten Krebsarten. Laut des Arztreports der Barmer GEK erkrankten 2012 mehr als 1,5 Millionen Menschen, so dass beim hellen, wie auch schwarzen Hautkrebs ein Anstieg der Neuerkrankungen von etwa 80 Prozent in den letzten sieben Jahren verzeichnet wurde. Doch nicht nur die vermehrte Anzahl an Früherkennungsuntersuchungen liegt dieser Entwicklung zu Grunde. Auch das anhaltende falsche Bild “von der gesunden Bräune” mittels UV-Strahlung im Freien oder in Solarien führe zu einem derartigen Anstieg, beklagt Rolf-Ulrich Schlenker, Vorstandschef der Barmer GEK.

Krebsvorsorge ist nicht nur Früherkennung allein

So hat der Lebensstil eines Menschen starken Einfluss auf eine potentielle Krebserkrankung und kann auch den Verlauf einer solchen nach ihrer Diagnose stark beeinflussen, ließ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg kürzlich verlauten. Professorin Karen Steindorf, Teil des Forscherteams für Präventive Onkologie, geht davon aus, dass 50 Prozent der Erkrankungen bereits im Vorfeld durch eine gesunde Lebensweise vermeidbar sind. So kann neben einem vernünftigem Umgang mit UV-Strahlung im Fall von Hautkrebs, vor allem körperliche Aktivität besonders das Risiko senken an Brust-, Darm- oder Prostatakrebs zu erkranken.

Mit gesunder Ernährung gegen den Krebs

Neben ausreichend Bewegung stellt auch die Ernährung einen wichtigen Faktor dar. Denn Übergewicht begünstig Krebs durch Störungen im Hormonhaushalt, bei der Insulinausschüttung und durch die Entzündungsparameter im Körper. Zusätzlich sollte jedem bewusst sein, dass das Rauchen nach wie vor der Hauptgrund für Lungenkrebs ist. Zwischen 60 und 90 Prozent der Erkrankten sind Raucher. Beachtenswert hierbei: Rauchen verursacht nicht nur Lungenkrebs, sondern wirkt sich außerdem negativ auf die Wahrscheinlichkeit an Brust- oder Darmkrebs, wie auch anderen Tumorarten zu erkranken aus.

Möglichkeit zur Krebsfrüherkennung auch in Anspruch nehmen

Ein gesunder Lebenswandel allein, ersetzt aber natürlich nicht die Krebs-Früherkennungsprogramme beim Arzt. Nicht nur Hochrisikopatienten mit Krebserkrankungen bei nahen Familienmitgliedern profitieren davon, auch diejenigen ohne jegliche Vorbelastung sollten diese Untersuchungen – besonders für Brust-, Darm- und Prostatakrebs – wahrnehmen. Denn nur wer einen regelmäßigen Check-up absolviert, kann auch tatsächlich eine Krebserkrankung ausschließen. Dabei gilt natürlich: je früher der Krebs erkannt wird, desto eher kann mit einer erfolgversprechenden Behandlung begonnen werden.

Hinweis:
Der ausführliche Weltkrebsbericht wurde von der WHO-Einrichtung International Agency for Research on Cancer veröffentlicht.