Zwei Kinder sterben an den Folgen der Virus-Infektion
Zwei Kinder sterben an den Folgen der Virus-Infektion

Der Junge war in München im Klinikum Harlaching mit der Infektion eingeliefert worden. Er hielt sich in der Fachklinik Gaißach bei Bad Tölz zu einer Kur auf. Er hatte mit Symptomen wie hohem Fieber, Erbrechen und Durchfall zu kämpfen und stand vor einem Kollaps. Der Notarzt hatte ihn am vergangenen Donnerstag in das Klinikum überwiesen. Doch dort konnte man nichts für ihn tun, so dass er am Freitag an den Folgen der Infektion verstarb. Bereits vor einer Woche wurde ein neun Jahre altes Mädchen ins Klinikum Uckermark eingeliefert. Auch das Mädchen hatte hohes Fieber und litt an Atembeschwerden. Weil der Verlauf der Erkrankung so schwer war, wurde das Kind in die Berliner Charité gebracht. Doch auch hier konnte dem Mädchen nicht geholfen werden, so dass es verstarb. In beiden Fällen wurde die Infektion mit dem Virus der Schweinegrippe bestätigt.

Impfung ist der wirksamste Schutz

Wenn auch keine Pandemie-Gefahr mehr besteht, so machen solche Ereignisse die Gefahr des Influenza-Virus H1N1 deutlich. Die Gesundheitsministerin des Landes Brandenburg, Anita Tack (Linke), macht deshalb auf die Notwendigkeit der Impfung aufmerksam. Das verstorbene Mädchen hatte keine Vorerkrankungen, war aber nicht geimpft. Eine Freundin des Mädchens hatte sich ebenfalls angesteckt, doch bei ihr war der Verlauf der Erkrankung wesentlich leichter.

Tod des Jungen war ein Einzelfall  

In der Fachklinik Gaißach hat man aus dem Tod des kleinen Jungen Konsequenzen gezogen. Das Gebäude wird komplett geräumt und desinfiziert. Die nächsten Patienten sollen ohne Angst einziehen können. Akut besteht dort wohl keine Gefahr von weiteren Ansteckungen. Carl-Peter Bauer, der Medizinische Direktor der Klinik, ist erleichtert. “Wir sind außerhalb der Inkubationszeit,” macht er klar. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit dauert es in den meisten Fällen bis zu drei oder auch vier Tagen. Es sind noch zwei weitere kleine Patienten der Klinik an der Schweinegrippe erkrankt, doch die Kinder konnten erfolgreich behandelt werden und sind bereits bei ihren Eltern zu Hause. “Der Tod des Jungen ist ein tragischer Einzelfall,” bedauert Carl-Peter Bauer.

Mehr schwere Verläufe als in den Vorjahren  

Der Junge war wegen seines Übergewichtes in der Fachklinik. Als er in das Klinikum Harlaching eingeliefert wurde, war seine Prognose nach Aussage der Ärzte bereits nicht sehr gut. Zusätzlich zu den bekannten Grippesymptomen bestand bei dem Zehnjährigen die Gefahr von Leber- und Kreislaufversagen. Auf der Intensivstation verstarb der Junge an einem septischen Schock. Auch der Tod des kleinen Mädchens an der Charité wird von der Sprecherin der Klinik als schicksalhaftes Unglück bezeichnet. Das Mädchen habe ein Ödem im Gehirn gehabt und sei an den Folgen gestorben.

Robert-Koch-Institut rät zur Impfung  

Die Ärzte an der Charité und am Klinikum Harlaching sehen aber keine allgemeine Gefahr für eine neuerliche Schweinegrippen-Epidemie. Die Infektion mit dem Virus H1N1 ist vor allem für Kinder und Erwachsene gefährlich, deren Immunsystem bereits durch Krankheit oder aus anderen Gründen geschwächt ist. Nach Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut ist die saisonale Grippe kurz vor ihrer größten Ausbreitung. Ungefähr 80 Prozent der Erkrankten sind mit dem Virus der Schweinegrippe infiziert. Die meisten Infektionen verlaufen recht glimpflich, die Fälle der beiden Kinder sind tatsächlich tragische Ausnahmen. Schwere Krankheitsverläufe gibt es vorrangig bei Menschen mit Vorerkrankungen. Dieser Personenkreis sollte sich deshalb durch eine Impfung schützen.