Zwei Millionen Teenager sind HIV-positiv
Zwei Millionen Teenager sind HIV-positiv

Die UNO hatte sich hochgesteckte Ziele gesetzt. Von 2001 bis zum Jahr 2010 sollte sich die Zahl der HIV-positiven Jugendlichen um ein Viertel verringern. Doch dieses Ziel wurde bei weitem nicht erreicht. Auch das propagierte Millenniumsziel, die Verbreitung von Aids bis zum Jahr 2015 aufzuhalten, liegt in vielen Ländern in unerreichbarer Ferne. Nach der neuen Untersuchung stecken sich täglich global rund 2.500 Kinder, Jugendliche und Heranwachsende mit dem Aids-Erreger neu an. Fast die Hälfte aller Ansteckungen geschieht in dieser Altersgruppe. Nach dem Bericht mit dem Titel "Opportunity in Crisis" hat die Verbreitung von AIDS zwar global abgenommen, doch in manchen Regionen ist die Krankheit bei Kindern und Jugendlichen sogar auf dem Vormarsch. Besonders betroffen sind die Schwellen- und Entwicklungsländer.

Erster Schritt muss verbesserte Aufklärung sein

Viele der Infizierten wissen nicht einmal um ihre Infektion. Das ist nach Angaben von UNICEF besonders besorgniserregend. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass es gerade in diesen Ländern kaum Möglichkeiten für vertrauliche Beratung oder anonyme Test gibt. Daher ist eine Forderung der UNICEF, dass alle Kinder und Jugendliche alle Möglichkeiten zu Aufklärung und Hilfe bekommen. Den Beratern und Experten in den Brennpunkten ist das Gefahrenpotential bekannt, sie können jedoch wenig unternehmen. Es mangelt an Geld, Arzneimitteln und Programmen zur Aufklärung und Information.

Besonders hohe Gefährdung für Mädchen und Frauen 

Die gesammelten Daten der UNICEF zeigen ebenfalls, dass junge Frauen und Mädchen besonders bedroht sind. Weltweit liegt ihr Anteil bei den HIV-Infektionen bei 60 Prozent. In südafrikanischen Ländern weisen die Untersuchungen sogar einen Prozentsatz von 72 Prozent nach. Die Gründe dafür liegen in der gesellschaftlichen Situation. Junge Frauen in den Entwicklungsländern haben oft kaum Zugang zu Informationen, obwohl es entsprechende Programme zur Aufklärung und Hilfe gibt. Auch die Tatsache, dass gerade den jungen Frauen keine Selbstbestimmung über ihre Sexualität eingeräumt wird, trägt zu der negativen Entwicklung bei.

Aids durch Drogenkonsum in Osteuropa

Auch in Osteuropa steigt die Zahl der HIV-Infektionen bei Jugendlichen an. Nach den Recherchen des UNICEF-Berichtes wird hier allerdings das Virus hauptsächlich durch verunreinigte Spritzen übertragen. Die Jugendlichen in diesem Teil der Welt konsumieren in hohem Maß Drogen oder gehen der Prostitution nach. Die Familien der Jugendlichen verfügen oft über keine sichere Grundlage und bieten den jungen Menschen zu wenig Unterstützung. Viele dieser Jugendlichen haben kaum positive Aussichten für ihr weiteres Leben, so dass sie zu Drogen greifen oder sich prostituieren.

Jugendliche müssen in die Arbeit integriert werden 

Um die Ausbreitung von Aids bei den Jugendlichen zu stoppen, regt der UNICEF-Bericht an, verstärkt für die Prävention zu arbeiten. So sollte die Aufklärungsarbeit in Schulen, religiösen Einrichtungen und Gesundheitseinrichtungen verstärkt werden. Intelligente Konzepte sind gefragt, um die Jugendlichen zu erreichen. So wird als Beispiel eine Initiative der größten Telefongesellschaft in Uganda genannt. Die Jugendlichen konnten Freiminuten für ihr Mobiltelefon gewinnen, wenn sie per SMS Fragen zu Aids korrekt beantwortet haben. Wirkungsvoll wäre ebenfalls die aktive Beteiligung junger Menschen an präventiven Programmen. 

Augenmerk auf sozialer Vernachlässigung

Unabhängig von sinnvollen einzelnen Aktionen plädiert der UNICEF-Bericht dafür, dass die Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen im Grundsatz abgebaut wird. Sie sollen vor Ausbeutung, Armut und Benachteiligung bewahrt werden. Es müsse deutlich gemacht werden, dass es Anzeichen für eine soziale Umgebung gibt, die weder Schutz noch Hilfe bietet. Wenn es unangemessen frühe sexuelle Kontakte, Schwangerschaften von sehr jungen Mädchen und Drogenkonsum gebe, sind das Alarmzeichen für aus den Fugen geratene soziale Strukturen.

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