Verzweiflung
Der VW-Skandal weitet sich aus © panthermedia.net / slasny

Ein Skandal, der die ganze Welt aufhorchen ließ und einen der größten Automobilkonzerne der Welt ins Wanken bringt: Volkswagen fälscht vorsätzlich die Abgaswerte von Fahrzeugen mit einer Software, die Leistungen erbringt, die gar nicht für den Markt zugelassen werden dürfen. Jetzt wird bekannt: Auch die Tochtergesellschaften des Unternehmens Audi leidet unter dem Abgasskandal.

Europäische Fahrzeuge besonders betroffen

Ein Sprecher der deutsche Automobilmarke Audi, die zum Volkswagen Konzern gehört, bestätigte, dass weltweit 2,1 Millionen Audis vom Abgasskandal betroffen sind. Rund 577.000, jedes vierte Fahrzeug, fährt in Deutschland. Nachweislich ist in diesen Fahrzeugen der Motor verbaut, in dem auch die Software zur Fälschung der Abgaswerte installiert ist. Damit stammt die höchste Zahl an manipulierten Fahrzeugen aus Europa. In den USA hingegen sind nur 13.000 Fälle bekannt. Die Motoren wurden vor allem in die Turbodiesel Modelle A1, A3, A4, A6, TT, Q3 und Q5, jeweils mit 1,6 und 2,0 Liter Hubraum, eingesetzt. Es handelt sich hierbei allesamt um Modelle, die die Abgasnorm EURO 5 erfüllen.

Skandal mit weitreichenden Folgen

Nach Bekanntwerden des Skandals herrscht bei Volkswagen Aufregung. Obwohl sowohl der Zulieferer Bosch, als auch interne Mitarbeiter, bereits vor dem Einsatz dieser Software gewarnt und die Nutzung angezeigt hatten, hat der Konzern nicht reagiert. Insgesamt sollen bisher etwa elf Millionen Autos manipuliert und in den Umlauf gebracht worden sein. Als Reaktion darauf nahm der Vorstand des Konzerns, Martin Winterkorn, seinen Hut und zog sich von der Spitze des Unternehmens zurück. Die Nachfolge tritt der ehemalige Porsche Manager Matthias Müller an. Müller hat nun die große Aufgabe, den großen Imageschaden des gesamten Unternehmens und aller zur Familie gehörenden Marken wiederherzustellen. Doch nicht nur das bekannteste Gesicht des Konzerns, Martin Winterkorn, hat seinen Stuhl verlassen. Auch die obersten Entwickler von Audi, Porsche und VW PKW wurden kurzfristig und auf unbestimmte Zeit beurlaubt.

Betrug erschüttert die Börse

Da es sich hierbei um eine Wettbewerbsverzerrung handelt, bei der sich Volkswagen einen unrechtmäßigen Vorteil verschafft hat, wird das Thema auch innerhalb der EU-Kommission besprochen. Diese kann ebenfalls eine lückenlose Aufklärung des Skandals fordern und Volkswagen zu einer schnellen Behebung des Problems zwingen. Wie die Zulassungsbehörden damit umgehen, ist noch nicht endgültig geklärt. Volkswagen startet eine Rückrufaktion und bittet alle Besitzer eines betroffenen Fahrzeugs in die nächste Werkstatt. Die Bremse, die Volkswagen nun tritt, wirkt sich auch auf deren Aktie aus. Von 162 Euro vor dem Skandal sank der Wert zwischenzeitlich auf unter 100 Euro ab.