„Konkurrenz belebt das Geschäft“, glaubt der redliche Kaufmann. Wie aber, wenn der Wettbewerb dadurch verschärft wird, wenn – womit die Landesgruppenchefs der Freien Werkstätten rechnen – das ADAC-Werkstattkonzept ausgeweitet wird?

Starten wird der ADAC wohl in Ballungsräumen und aufhalten lässt er sich wohl kaum. Werden doch zurzeit vier Pilot-Betriebe des Verkehrsclubs mit deren Servicekonzept getestet, einer im nordrhein-westfälischen Mönchengladbach. Das bestehende Pannenhilfe-Angebot um Werkstatt-Arbeiten zu erweitern dürfte im Club-Management schon länger „herumgegeistert“ haben. Denn was liegt dem ADAC näher? Auch wenn offen bleibt, ob das angestrebte Konzept auch bis in den ländlichen Raum abstrahlen kann? Schulungen der Partnerbetriebe im großen Stile sind für die Zukunft jedenfalls schon ergangen…

ADAC mit Marktmacht

Über die potenzielle Marktmacht des ADAC gibt es indes keine Zweifel: Seit etwa 100 Jahren ist der Club aktiv und liegt in der Kundengunst wohl noch vor der Kirche. Für die Mitgliedsbetriebe der Freien Werkstätten-Verbände gilt nun, die Aktivitäten des Autoclubs im Auge zu behalten und das eigene Profil zu schärfen. Hier kommt den höheren Standards bei der Vergabe des Meisterschilds hohe Bedeutung zu.

…und wer stempelt?

Eines ist für die Freien Betriebe noch problematisch: Der Eintrag ins Serviceheft, denn Fremdbetriebe sollten zurückhaltend sein, ein Serviceheft allzu schnell zu stempeln. Ein Neuwagen in einer Fremdwerkstatt gewartet kann durchaus Nachteile bringen. Daran hat sich trotz Vorgabe aus Brüssel wenig geändert.
Entschieden hatte die EU, dass Hersteller-Garantien auch gelten, sofern eine Werkstatt außerhalb des Hersteller-Servicenetzes das Fahrzeug nach entsprechenden Vorgaben wartet. Dies gelte jedoch nur im Rahmen der Neuwagengarantie – bei anderen Garantien wie Durchrostung und Lack sehe dies anders aus.
Hersteller erwarten für Garantieansprüche einen lückenlosen Nachweis im Serviceheft. Dagegen werden Kulanzansprüche bei einer Fremdwartung meist abgelehnt.
Freie Betriebe sollten Kunden dazu aufklären und darauf hinweisen, dass es auf Kulanzregelungen keinen Anspruch gibt, egal wo das Fahrzeug repariert wird.