Das Versicherungsangebot des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC), insbesondere die Kfz-Versicherung, beschränkt sich derzeit noch weitgehend auf die 17 Millionen Mitglieder. Das soll sich künftig ändern, wie das Wirtschaftsmagazin „Capital“ berichtet. Nach Luxemburg und Frankreich sollen die Policen dann auch in der Bundesrepublik von jedem abgeschlossen werden können, unabhängig davon, ob eine ADAC-Mitgliedschaft besteht oder nicht.

Laut Medienberichten wird das Angebot derzeit in Luxemburg getestet. Die Kfz-Versicherung des ADAC wird dort online über die Tochtergesellschaft Arisa Assurances vertrieben. In einem nächsten Schritt weitet der Club den Vertrieb auf Frankreich aus, um dann auch in Deutschland aktiv zu werden. Bisher steht lediglich Mitgliedern der Weg zur ADAC-Autoversicherung offen. Für Nicht-Mitglieder beschränkt sich die Auswahl auf Zusatzpolicen, zum Beispiel für den Urlaub.

Dass nun auch der ADAC flächendeckend eine Kfz-Versicherung anbieten will, stimmt die Konkurrenz nicht gerade fröhlich. Der Preiskampf ist längst noch nicht vorbei und dürfte jetzt in eine neue Runde gehen. Die Versicherungsunternehmen befürchten eine Wettbewerbsverzerrung. Denn der ADAC ist ein Verein und genießt damit in Deutschland steuerliche Vergünstigungen, die für Wirtschaftsunternehmen nicht gelten. Dass die Idee, das Geschäft auszuweiten, sich rentiert, zeigt sich bereits in Luxemburg. Laut „Capital“ sollen die Prämieneinnahmen in diesem Jahr bereits 80 Millionen Euro betragen. Der wirtschaftliche Erfolg und die guten Gewinnen seien viel mehr als nur ein „angenehmer Nebeneffekt“, so der Verwaltungschef der Arisa, Heinz-Peter Welter.