Für Juristen mag es selbstverständlich sein, doch der Laie staunt und der Kfz-Fachmann wundert sich. Mit Urteil des LG Heidelberg wurde als Recht erkannt, dass man der eintrittspflichtigen, jedoch ablehnenden Versicherung einer mit Sachverständigen-Gutachten festgestellten Wertminderung am Fahrzeug eines Geschädigten nur dann erfolgreich begegnen kann, wenn sich deren Widerspruch ebenfalls auf Sachverständigen-Gutachten gründet. Ohne ein solches sind meist auch „gute Argumenten“ als Einwände nicht relevant oder auf Juristendeutsch: „unsubstantiiert“ (AZ: 3 O 1/08).

Einmal mehr lag ein strittiger Fall zugrunde, der durch einen Unfall ausgelöst wurde: Bleibt an einem Fahrzeug trotz einer ordnungsgemäßen Reparatur eine sogenannte merkantile Wertminderung zurück?
Gerechtfertigt wird eine solche Wertminderung damit, dass ein Fahrzeug mit dem Status und dem „Makel des Unfalls“ nur zu einem geringeren Preis verkäuflich ist als ein gleichartiges nicht-verunfalltes Fahrzeug. Müssen Versicherer für solche eine Wertminderung eintreten, argumentieren sie meist dagegen oder sie setzen sich zumindest für einen geringeren Betrag ein, als der vom Geschädigten beauftragte Sachverständige ermittelt hat.

Juristen unter sich: Begründung

Wurde einer Klägerin mittels Gutachten eine Wertminderung in Höhe von 764,86 Euro berechnet, hat sie Anspruch auf Ersatz von 75 Prozent der Wertminderung von 573,65 Euro. Dies gilt deswegen, weil die Beklagte eine Wertminderung nur un-substantiiert bestritten hat. Dagegen hat die Klägerin den Beweis für die Wertminderung durch Gutachten eines Kraftfahrzeug-Sachverständigen erbracht.
Dass sich aufgrund einer Unfallbeschädigung eines Kraftfahrzeuges grundsätzlich eine Wertminderung ergibt, die unabhängig davon besteht, ob das Fahrzeug ordnungsmäßig instandgesetzt worden ist, ist gerichtsbekannt.