Es wird spannend an der Spitze des deutschen Kfz-Versicherungsmarktes. Im „Kampf der Giganten“ scheint die HUK-Coburg laut einem Bericht der Börsen-Zeitung erstmals die Nase vorne und die Allianz überrundet zu haben. Ob dem wirklich so ist, wird sich zeigen, wenn die HUK-Coburg ihre Zahlen offiziell vorstellt.

Die Allianz hat im vergangenen Jahr jedenfalls deutlich Federn lassen müssen. Der Bestand an versicherten Fahrzeugen schrumpfte um 3,5 Prozent. Damit standen in der Statistik des Unternehmens Ende 2009 statt 8,75 Millionen nur noch 8,44 Millionen Fahrzeuge. Diese Zahlen präsentierte der Finanzvorstand des Unternehmens, Oliver Bäte, im Rahmen der Bilanzpressekonferenz. Die HUK-Coburg konnte im gleichen Zeitraum zulegen. Ende 2008 versicherte der Konzern 8,34 Millionen Fahrzeuge. Mit rund 150.000 Neuverträgen in 2009 müsste die HUK-Coburg jetzt 8,5 Millionen Autos im System und damit die Marktführerschaft übernommen haben.

Wie es generell um die Kfz-Versicherung bestellt ist und welche Aussichten für 2010 bestehen, hat die Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss ermittelt. Die Branche habe 2009 zum ersten Mal die Verlustzone erreicht. Eine Wende zu höheren und bedarfsgerechteren Prämien werde es in diesem Jahr allerdings noch nicht geben. Dafür sähen noch zu viele Anbieter die Möglichkeit, sich am Markt zu behaupten. Das führe letztlich dazu, dass die Beitragseinnahmen 2010 unter 20 Milliarden Euro liegen werden. Gleichzeitig werde auch die Schadenentwicklung dank besserer Sicherheitssysteme und einer angepassten Fahrweise zurückgehen. Gute Chancen räumen die Experten den Unternehmen ein, die das Internet als Vertriebskanal nutzen.