Für viele Menschen ist Autofahren Spaß oder Notwendigkeit. Aber gibt es auch eine spirituelle Dimension des Autofahrens? Eine Spurensuche im Internet.

Wikipedia erklärt Spiritualität so: Spiritualität „…bedeutet im weitesten Sinne Geistigkeit und kann eine auf Geistiges aller Art oder im engeren Sinn auf Geistliches in spezifisch religiösem Sinn ausgerichtete Haltung meinen“. Wo könnte die Spiritualität des Autos und des Autofahrens liegen?

Zunächst einmal könnte man seinem Auto quasi religiöse Verehrung entgegenbringen: „Mein Auto ist mein Gott – ich bete es an.“ Das wäre dann die Steigerung von der Aussage, dass ein Auto auch nur ein Mensch ist. Oder ein Lebewesen, das über eine eigene Persönlichkeit verfügt. Vielleicht sogar über eine Seele. Man spricht dann mit seinem Auto. Aber angebetet wird es dann aber doch selten – oder beten Sie Ihr Auto an?

Die Schlagworte „Auto Spiritualität“ gemeinsam gegoogelt bringen auch immer noch über 580.000 Ergebnisse. Allerdings beschäftigen sich die ersten Einträge mit Themen wie: „Darf ein spiritueller Mensch ein großes Auto fahren?“ oder „Wo gibt es spirituelle Autoaufkleber?“. Desweiteren wird über spirituelle Erfahrungen berichtet, die beim Autofahren gemacht wurden – also etwa das Gefühl, mit allem Eins zu sein, während man in eine Straßenlampe schaute. Der Kalauer sei an dieser Stelle erlaubt: Das nennt man natürlich Erleuchtung.

Zum Thema „Spirituelles Autofahren“ werden immerhin auch 290.000 Einträge gefunden. Sehr interessant ist hierbei ein Bericht über „Spirituelle Inseln im Alltag“: Ein Mensch berichtet, dass er nach der Arbeit ersteinmal 40 Minuten im Auto verbringt. Dort würde er kein Radio hören, sondern unterhält sich mit Gott: „Ich brauche diese Zeit im Auto nach Hause, um alles loszulassen und um mich wieder regenerieren zu können. Eine spirituelle Insel beim Autofahren.“

Neben diesen Hinweisen werden Metaphern des Autofahrens in spirituellen Zusammenhängen verwendet: Gasgeben, Gas und Bremse gleichzeitig betätigen usw. Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass sich Peter Sloterdiejk in seinem Buch „Eurotaoismus – Zur Kritik der politischen Kinetik“ auch mit dem Thema „Das Auto als sakraler Gegenstand“ beschäftigt.