Es klang wie ein echter Kompromiss: Die Tagesszeitung „Der Tagesspiegel“ berichtete, dass sich SPD und Grüne in Berlin auf einen A100-Kompromiss geeinigt hätten. Die Stadtautobahn wird gebaut – ist dann aber eine Tempo-30-Zone. Es dauerte eine Weile, bis klar wurde, dass es sich hierbei um Satire handelte.

Es hätte aber eine echte Meldung sein können, weil man ja weiß, wie wichtig Kompromisse für die Politik sind. Und wie gerne die Grünen jetzt wieder in Berlin ans Ruder kommen möchten. Ob es verkehrsordnungspolitisch überhaupt möglich ist, aus einer Stadtautobahn eine Tempo-30-Zone zu machen, entzieht sich aber meiner Kenntnis.
Tatsächlich gilt die A100 als Knackpunkt bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin. Und man hat tatsächlich einen Kompromiss gefunden: Die Kompromiss-Formulierung heißt, dass man versuchen wird, mit dem Bund Verhandlungen aufzunehmen. Ziel soll es sein, die A-100-Mittel für andere Infrastrukturmaßnahmen zu verwenden. Sollte dies nicht möglich sein, wird die Autobahn gebaut.
Die Grünen sind der Meinung, dass diese Umwidmung klappen könnte, wenn die Mittel für Erhaltungsmaßnahmen bestehender Autobahnen eingesetzt werden. Die SPD hofft darauf, dass eine Umwidmung nicht klappt – und dass die A100 gebaut wird. Beide Seiten könnten dann behaupten, dass der Bund entschieden hat. Wenn das dann noch eine schwarz-gelbe Regierung ist, ist die Scharade perfekt.