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Die Automobilbranche ist im Wandel © panthermedia.net / pitak areekul

Die Bundesregierung möchte alle Hindernisse für das autonome Fahren auf deutschen Straßen aus dem Weg räumen. Denn Deutschland soll zum Vorreiter bei dem Wandel in der Automobiltechnologie werden. Für diesen Zweck soll die Höchstgeschwindigkeit der Fahrzeuge von 10 km/h auf 130 km/h ansteigen.

Verkehrsminister beschließt Strategiepapier

Das Bundeskabinett beschloss am 16. September 2015 ein Strategiepapier, welches unter anderem den Ausbau der digitalen Infrastruktur vorsieht. Für Bundeswirtschaftsminister Gabriel (SPD) sei klar: Dem vernetzten und automatisierten Fahren gehört die Zukunft. Die Automobilindustrie solle unbedingt ihre Rolle behaupten. Gemäß des Strategiepapiers sollen vernetzte und automatisierte Fahrzeuge nicht nur in Deutschland gebaut, sondern in Zukunft auch gefahren werden. Hierfür soll in Deutschland der benötigte Weg vom Probebetrieb zur Regelzulassung und Serienreife frei geräumt werden. Dieses soll in einem Zwei-Stufenplan verwirklicht werden. Der erste Schritt sieht die Einführung des „Autobahn-Stau-Systems“ vor. Dies ermöglicht ein „hochautomatisiertes Fahren“ bis 60 km/h. Im nächsten Schritt folgt das „Autobahn-System“, das „automatisiertes Fahren bei Langstreckenfahrten“ mit bis zu 130 km/h zulässt.

Automatisiertes Fahren – ein großes Thema

Um die neue Technologie zu erproben, entsteht zurzeit auf der Autobahn 9 eine Teststrecke. Neben der technischen Weiterentwicklung prüft die Bundesregierung die rechtlichen Rahmenbedingungen an diese Neuerungen, um dem Fahrer keine zusätzlichen Haftungsrisiken auszusetzen. Deutschland möchte sich auf internationaler Ebene dafür einsetzen, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit angehoben wird und die Fahrzeuge in Zukunft 130 km/h anstatt der bisherigen 10 km/h fahren dürfen. Eine vorgelegte Studie des Wirtschaftsministeriums geht davon aus, dass das Fahren mit hochautomatisierten Fahrzeugen auf Autobahnen bis zum Jahr 2020 technisch möglich sein wird. Trotzdem wird davon ausgegangen, dass fahrerlose Fahrzeuge im öffentlichen Straßenland erst weit nach 2020 zu erwarten sind. Im Bereich der Fahrerassistenzsysteme und hochautomatisierten Fahrfunktionen in Deutschland wird die Wertschöpfung der Studie für 2025 auf rund 8,4 Milliarden Euro geschätzt.

Autofahrer sind noch skeptisch

Die Deutschen stehen selbstfahrendne Autos bisher noch sehr skeptisch gegenüber oder befürchten Gefahren bei dem neuen System. Bei einer Umfrage auf der diesjährigen IAA gaben nur acht Prozent der Befragten an, dass sie an selbstfahrende Fahrzeuge in den kommenden zehn Jahren glauben. 32 Prozent rechnen erst in frühestens 20 Jahren fest mit einem Durchbruch und 31 Prozent denken, dass dieses Projekt scheitern wird.