Kfz-Versicherer führen genau Buch darüber, welche Fahrzeugmodelle bei Langfingern besonders begehrt sind. In den USA ist das im Moment ganz klar der Escalade, ein SUV von Cadillac (General Motors). In den vergangenen zehn Jahren ist kein anderes Modell so oft gestohlen worden wie dieses, wobei es den Dieben vor allem die Luxusvarianten angetan haben. Chrom und Lederausstattung lassen sich offensichtlich sehr gut zu Geld machen.

Der Vorstand der Uniqa Sachversicherung AG, Andreas Kößl, sieht die Entwicklung ein wenig mit Sorge: „In den letzten Jahren nahmen die Kfz-Diebstähle dramatische Ausmaße an. Neben anderen hochpreisigen Fahrzeugen sind die SUVs besonders diebstahlgefährdet“. In der Zeit von 2007 bis 2009 wurden von 1.000 Escalades mit Kfz-Versicherung laut Statistik 11 Prozent entwendet. Der Schaden für die Autoversicherung liegt im Schnitt bei 11.934 Dollar. Darunter leidet natürlich die Quote der Unternehmen.

Dazu tragen auch der Ford F-250, der Infinity G37 und der Dodge Charger bei. Sie gehören wie der Escalade zu den Modellen, die von Dieben bevorzugt werden. Langsam aber sicher „arbeiten“ sich auch die Pickup-Trucks in den Listen weiter nach vorne. In Houston stehen sie bereits auf dem ersten Platz der Versicherungsstatistiken. Sie verfügen einerseits über einen Vierradantrieb, der die Flucht bei Verfolgungsjagden erleichtert. Andererseits gibt es viele Hohlräume, die sich als Verstecke für Drogen und Schmuggelware eignen.

Die Kfz-Versicherungen und Hersteller reagieren auf diese Entwicklungen und bauen Sicherheitssysteme ein. Dazu gehören neben der klassischen Wegfahrsperre auch Systeme, die nach einem Diebstahl aktiviert werden können. Zum Beispiel das OnStar-System, mit dem sich das Tempo des Escalade ferngesteuert drosseln lässt. Ähnliche Systeme greifen auch in Europa. Bei der Uniqa heißt es SafeLine und umfasst einen CarFinder. Sollte das Auto gestohlen werden, kann es problemlos geortet werden. Bewährt hat sich das System. Mehr als ein Dutzend Fahrzeuge wurden auf diese Weise bereits gefunden.