Das Internet ist zwar noch nicht das Wohnzimmer der Versicherungsbranche, was die bislang eher schlechten Bewertungen der Firmenwebsites unterstrichen. Die Unternehmen wissen aber sehr wohl, die Möglichkeiten des World Wide Web zu nutzen und online auf sich aufmerksam zu machen – mit Erfolg. Das Zauberwort lautet Web 2.0. Eine Anfang Februar von interactivelabs und der Online-Marketing Agentur Zieltraffic AG veröffentlichte Studie belegt, dass die Konzerne bewusst auf Social Media Kanäle setzen und durchweg positives Feedback erhalten.

In Zahlen: 28 Prozent der Kommentare, die zum Thema Versicherungen – insbesondere zur Kfz-Versicherung – veröffentlicht werden, fallen positiv aus. Einige Unternehmen kommen sogar auf Werte von 30 (Allianz) und 31 Prozent (Ergo). In der Regel bezieht sich das Feedback direkt auf Meldungen, die von den Unternehmen platziert wurden. Im Vergleich zum Bankensektor, der 22 Prozent positive Nennungen für sich verbuchen kann, bewegen sich die Assekuranzen damit auf einem relativ hohen Niveau.

Insgesamt hat sich die Kommunikation zwischen Kunden und Versicherungen immer mehr Richtung soziale Netzwerke verschoben. Vorreiter ist Twitter. Hier wurden die meisten Nennungen gefunden. In der Summe kommt die Studie auf 3.211 Tweets. Platz zwei nimmt motor-talk.de mit 824 Zählern ein. Der Diskussionsschwerpunkt lag entsprechend der Ausrichtung der Seite auf dem Thema Kfz-Versicherung. Hier haben sich die Nutzer besonders intensiv mit den unterschiedlichen Autoversicherungstarifen befasst. Auf den dritten Rang kam gutefrage.net.

Unabhängig davon, welche der Seiten genutzt werden, sieht Thorsten A. Gropp, Gründer von interactivelabs, ein enormes Potenzial. Das Diskussionsvolumen zu den Themen Versicherung und Versicherungsschutz nahm schlagartig zu, als Anfang Januar Schneeschmelze und Überschwemmungen allerorten für Schäden sorgten. „Das zeigt, wie wichtig die Echtzeitkommunikation für die Branche geworden ist. Ein schnelles Informieren in derartigen Krisensituationen kann echte Wettbewerbsvorteile sichern“, so Gropp.