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Die Autohersteller nehmen die Regierung in die Pflicht © panthermedia.net / ogm

Klimaschutz wird eine immer wichtigere Aufgabe – auch in der Automobilindustrie. Zurzeit sind 19.000 Elektrofahrzeuge auf den deutschen Straßen registriert. Der Bestand hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Die Bundesregierung fordert von den Autoherstellern, bis zum Jahr 2020 eine Million Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu verkaufen.

Dobrinth weist Vorwürfe zurück

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wurde bereits mangelndes Interesse am Thema Elektrofahrzeuge vorgeworfen. Diesen Vorwurf wies Dobrindt jedoch zurück mit einem Verweis auf die steuerliche Entlastung von Elektroautos. Zudem dürften die Fahrzeuge Sonderfahrspuren nutzen und kostenfreie Parkplätze beanspruchen. An den Autobahnraststätten werde momentan außerdem ein Schnellladennetz installiert, wodurch alle 30 Kilometer eine Ladestation für Elektroautos verfügbar sein wird.

Hersteller fordern neue Anreize

Mercedes-Benz-Vorstandsvorsitzender Roland Zetsche fordert, weitere Anreize für die Autokäufer zu bieten, damit sie sich für ein Elektroauto entscheiden. Aufgrund der geringen Nachfrage und Produktionszahlen liegen die Preise für Elektrofahrzeuge deutlich über den mit fossilen Brennstoffen betriebenen Fahrzeugen. Autobauer halten das Ziel, bis 2020 eine Million Fahrzeuge verkauft zu haben, für unerreichbar. Sie fordern die Bundesregierung auf, zuerst neue Rahmenbedingungen zu schaffen und nachhaltige steuerliche Vorteile für den Aufbau von elektrobetriebenen Unternehmensflotten anzubieten. Dies betonten alle Chefs der großen Autohersteller in Deutschland und forderten weitere Unterstützung. Diese geforderten Rahmenbedingungen werden in einem unserer Nachbarländer bereits umgesetzt. Die niederländische Regierung bietet den Käufern von Elektroautos neben steuerlichen Vorteilen auch ein ausgebautes Netz an Schnellladestationen an.

Die Nachfrage ist zu gering

Aufgrund der geringen Nachfrage durch die Kunden, sind die Autobauer nicht in der Lage, Geld mit dem Bau umweltschonender Fahrzeuge zu verdienen. Sie bleiben solange Exoten im Straßenverkehr, bis die Kunden von ihren nachhaltigen Vorteilen überzeugt werden können. Dies lässt sich aber offenbar nicht durch den Erlass der Kfz-Steuer realisieren. Es sind vorwiegend finanzielle Gründe, die Käufer vom Kauf abhalten. Die Elektroautos sind in der Anschaffung erheblich teurer, haben von der Fahrleistung her eine geringere Reichweite und das Aufladen dauert seine Zeit. Zudem gibt es nur eine kleine Auswahl an Fahrzeugen.

Hybridfahrzeuge immer noch beliebter

Weitaus beliebter sind dagegen die Hybridfahrzeuge. Auch die Autobauer von Luxuswagen wie Porsche sehen noch keine Zukunft für ihre Modelle mit einem Elektromotor, wobei auch die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung der Fahrzeuge nicht generell als Kundenwunsch gesehen wird. So hält Porsche-Chef Matthias Müller seine Kundschaft für Autofahrer, die auch zukünftig selber am Steuer sitzen, bremsen und Gas geben wollen.