Die Zeiten werden wohl bald vorbei sein, in denen man irgendwo im Urlaub geblitzt wurde – und dabei ganz entspannt blieb. Demnächst werden Strafzettel von europäischen Behörden auch in Deutschland vollstreckbar sein. Eine Gesetzesänderung macht’s möglich.

Pro Jahr werden wohl bis zu 100.000 Anfragen ausländischer Behörden mit der Bitte um Vollstreckung eines Strafzettels eingehen. So könnte Deutschland 10 Millionen Euro kassieren – von deutschen Autofahrern, die im Ausland mit Alkohol am Steuer, zu schnell, bei Rot über die Ampel oder mit Handy am Steuer gefahren sind.

Es ist jetzt also doch wichtig, auch im Ausland ein Verkehrsengel zu sein – und kein Verkehrssünder. Hier mal eine kleine Übersicht, welche Regeln es in Europa gibt – und wie Verstöße geahndet werden.

Die Promille-Grenze ist EU-weit noch nicht harmonisiert. Während man in Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn absolut nichts trinken darf (Promillegrenze 0,0!), beginnt Alkohol am Steuer in vielen anderen Ländern erst ab 0,5 Promille. Entspannter sehen das nur Engländer und Maltesen, bei denen erst 0,8 Promille strafbar sind.

Es werden unterschiedliche Strafen verhängt. Los gehts mit 100 Euro in Griechenland, über 500 Euro in Deutschland und bis 5.500 Euro in Großbritannien. In Dänemark kann es bis zu einem kompletten Monatsverdienst gehen.

Wer zu schnell fährt, kann auch mit unterschiedlichen Eurostrafen rechnen. In Bulgarien beginnt die Strafe bei 20 Euro. In Großbritannien gehts bis zu 5.500 Euro. Und in Deutschland gehts bei einer Überschreitung um 50km/h bei 240 Euro los.

Rotlichtverstöße sind besonders günstig in Lettland: Ein Rotlichtverstoß geht bei 30 Euro los. Richtig teuer kann das in Finnland werden: Hier werden minedestens 8 Tagessätze verlangt, die sich nach dem Monatseinkommen richten.

Das günstigste Delikt ist der Parkverstoß .In Lettland zahlt man 5 Euro, in Ungarn werden es höchstens 10 Euro. Handy am Steuer kostet in Deutschland nur 40 Euro. In Schweden gibt es kein Verbot. In Italien gehts es ab 155 Euro los.