In der vergangenen Woche sorgte die FIA für jede Menge Aufregung, als sie ankündigte, das im März abgesagte Formel 1 Rennen in Bahrain nachholen zu wollen. Das Rennen wurde damals abgesagt, weil sich im arabischen Staat große Unruhen aufgetan hatten. Als neuer Renntermin wurde der 30. Oktober festgesetzt.

Die Festsetzung des neuen Termins sorgte gleich aus zwei Gründen für Aufregung. Da waren zunächst einmal die Rennteams, die ihre Terminplanung vollständig hätten ändern müssen. Ursprünglich sollte die Saison am 30. Oktober beendet werden – das Bahrain Rennen hätte die Rennsaison deutlich verlängert, weil anschließend noch in Indien hätte gefahren werden müssen.
Noch viel größer war jedoch der Unmut zahlreicher politischer Aktivisten und Formel 1 Fans. Den Formel 1 Managern wurde Geldgier nachgesagt: Man wollte in Bahrain nur starten, um damit gutes Geld zu verdienen. Dass im arabischen Staat nach wie vor Menschenrechtsverletzungen auf der Tagesordnung stehen, hätten die Verantwortlichen schlichtweg ignoriert. Dementsprechend wurde auf einige Rennteams großer Druck ausgeübt. Dies trifft besonders für das Redbull Team zu: Im Internet richteten sich mehr als 300.000 Personen mit der Bitte an das Rennteam, das Rennen zu boykottieren.
Die Rennteams hatten zunächst keine Stellung zu diesem Thema bezogen, weil sie durch die plötzliche Festlegung eines neuen Termins in eine prekäre Situation gebracht wurden. Allerdings wurde ihnen diese Last nun von den Schultern genommen: Das Königreich Bahrain hat sich zu Wort gemeldet und das Rennen selbst abgesagt.
Menschenrechtler dürften sich über diese Entscheidung jedoch nur bedingt freuen. Der Rückzug Bahrains bezieht sich nur auf die aktuelle Rennsaison. Im nächsten Jahr will die Formel 1 ihren Auftakt ausgerechnet dort feiern.