Sportwagen
Das Fraunhofer-Institut stellt Elektro-Sportwagen vor © panthermedia.net / stokkete

Am 29. Juli 2015 stellte das Erlanger Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB) seinen Elektro-Sportwagen „IISB-ONE“ vor. Der Sportwagen ist ein Erprobungsfahrzeug für leistungselektronische Fahrzeugkomponenten, das für weitere Anpassungen offen ist.  

Modulare Bauweise für hohe Flexibilität

Das Institut entwickelte den elektrischen Antrieb mit all seinen Komponenten (PDF). Dazu gehören Energiespeicher, Energiemanagement und die hochintegrierte Antriebseinheit. Die Karosserie basiert auf einem Chassis von Artega. Mit dem IISB-ONE ist das Institut nun in der Lage, alle Komponenten auch im Alltagsgebrauch und unter natürlichen Bedingungen zu testen. Der Elektro-Sportwagen besitzt eine modulare Bauweise, wodurch auch zukünftige Innovationen flexibel integriert und getestet werden können. So kann das Know-How stetig weiter ausgebaut werden. Ziel des Projekts war weniger ein fertiges und funktionsfähiges Fahrzeug, sondern vielmehr die Entwicklung einer alltagstauglichen und dennoch flexiblen Forschungsplattform. Das große Problem bei einer flexiblen Integration stellt vor allem die Varianz an Kommunikationsschnittstellen dar. Hierfür entwickelte das IISB eine anpassungsfähige Fahrzeugsteuerung, die eine einfache Verknüpfung verschiedener Systeme und Prototypen zu einem Gesamtfahrzeug ermöglicht. Hinzu kommt eine spezielle Software, welche die einzelnen Steuergeräte für den Anwender handhabbar macht.

Verschiedene Technologien auf dem Prüfstand

Im Elektrofahrzeug wurden verschiedene Komponenten zum elektrischen Antrieb verbaut. Das integrierte elektrische Antriebssystem ist ein Beispiel hierfür. Das System besitzt zwei mechanisch unabhängige Einzelantriebe, die eine freie Drehmomentverteilung auf beide Antriebsräder der Achse ermöglichen. Somit stehen pro Rad eine Antriebsleistung von 80 kW sowie ein Spitzendrehmoment von 2000 Nm zur Verfügung. Der Vorteil dieser Bauweise ist vor allem die Platz- und Kostenersparnis. Mit an Bord: eine intelligente Energiespeicherung und -verteilung. Ein auf Lithium-Ionen basiertes Batteriesystem mit 355 Volt Netzspannung bildet hierbei das Kernstück. Ein Gleichspannungswandler ersetzt die klassische Lichtmaschine und stellt stets die optimale Betriebsspannung bereit. Dank der modularen Bauweise können auch Adaptionen für verschiedene Leistungs-, Energie- und Fahrzeugklassen vorgenommen werden. Eine weitere Besonderheit stellt die universelle Lademöglichkeit dar. Das Elektrosportfahrzeug ist für verschiedene kontaktlose sowie kabelgebundene Ladetechnologien vorbereitet.