Ich habe im vorletzten Jahr ein neues Auto erworben und zahle noch mindestens zwei Jahre die Kreditraten ab. Was passiert im Falle eines Totalschadens? Was passiert mit den Raten, die ich bis zum Zeitpunkt des Schadens schon bezahlt habe? Was passiert mit dem Restkreditbetrag, der bei der Bank noch offen ist? Gibt es diesbezüglich Unterschiede bei den Versicherern?

Wie sich ein Kreditgeber in diesem Fall verhalten wird, ist schwer zu sagen. Dies aber sollte beim Abschluss des Kreditvertrages erklärt worden sein. Den Kreditgeber interessiert es wenig, ob es zu einem Totalschaden gekommen ist oder nicht. Der Kreditgeber interessiert sich nur für die Einhaltung des Kreditvertrages. Versicherungstechnisch kann man das bei der Autoversicherung über eine GAP-Deckung absichern, denn im Fall eines Totalschadens oder Diebstahls eines geleasten oder kreditfinanzierten Fahrzeugs müssen Leasing- oder Kreditnehmer normalerweise die Restforderung aus dem Finanzierungsvertrag an den Leasing-/Kreditgeber zahlen. Diese Forderung liegt oft über dem Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs, der von der eigenen Kaskoversicherung (abzüglich Selbstbeteiligung) beziehungsweise der Haftpflichtversicherung der Gegenseite ersetzt wird. Für die Differenz muss der Geschädigte selbst aufkommen. Der Differenzbetrag kann abhängig von der Restlaufzeit mehrere Tausend Euro betragen. Die GAP-Deckung übernimmt dieses Risiko und gibt Sicherheit vor zusätzlichen Kosten. Die GAP-Deckung kann als beitragspflichtige Ergänzung zur Vollkaskodeckung für Verträge von geleasten oder kreditfinanzierten Fahrzeugen abgeschlossen werden.

Geschädigte sollten sich also direkt mit Ihrem Versicherer in Verbindung setzten, da die GAP-Deckung auch in einem laufenden Vertrag mit eingeschlossen werden kann. Sicherlich wird es auch Unterschiede in der Konzepten geben (Neuwertentschädigung etc.), aber wenn man schon versichert ist, ist diese Option wenig interessant, denn eine GAP-Deckung ist nicht einzeln bei einem anderen Versicherer abschließbar.