Berlin bezeichnet sich ja gerne als die Hauptstadt der Fahrradfahrer. Das kommt sogar hin: In keiner anderen Stadt sind so viele Fahrradfahrer unterwegs. Und in keiner anderen Stadt gibt es so wenig Autos pro 1.000 Einwohner. Jetzt hat der Berliner Senat verkündet, dass 30 Kilometer neue Radwege bis 2011 gebaut werden sollen – zum allergrößten Teil auf der Fahrbahn.

Innerhalb der nächsten 1,5 Jahre soll es in Berlin 30 Kilometer neue Fahrradwege geben – fast alles Raum, der Autofahrern weggenommen wird. Denn: Es handelt sich dabei um Radspuren, die auf der Straße selbst angelegt werden. Diese Radspuren sind genauso breit wie die Autospuren. Diese Investition in Höhe von mehreren Millionen Euro wird sich also direkt auf den Autoverkehr auswirken.

Die neuen Fahrradspuren werden in Hauptverkehrsstraßen und Einkaufsstraßen eingerichtet – also da, wo tatsächlich der größte Teil des Verkehrs unterwegs sein soll. Konkret heißt das auch, dass dem Autoverkehr nicht nur eine Spur verloren geht, sondern teilweise auch Parkmöglichkeiten wegfallen. Insgesamt ist diese Fahrradnetzvergrößerung ein langjähriger Trend in Berlin: Seit 2002 wurde das Radspurennetz auf 125 Kilometer ausgedehnt.

Grund für diese Entwicklung ist auf der einen Seite natürlich das hohe Fahrradaufkommen. Um das bewältigen zu können, könnte man natürlich auch klassische Fahrradwege bauen, die anderen Verkehrsteilnehmern abgeknapst werden. Der zweite wichtige Grund für die Einrichtung von Fahrradspuren ist die verbesserte Sicherheit für die Fahrradfahrer: Auf einer Fahrradspur sind die Fahrradfahrer für den Autofahrer viel besser sichtbar.

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Berlin geht kontinuierlich zurück. Was natürlich auch daran liegt, dass mittlerweile 75% aller Berliner Straßen Tempo-30-Zonen sind. Weniger Geschwindigkeit bedeutet einfach bessere Reaktionsmöglichkeiten – und damit weniger schwere Unfälle. Veränderungen wird es u.a. auf den Straßen Warschauer Straße, Turmstraße, Karl-Marx-Straße, Müllerstraße, Schloßstraße, Französische Straße und Danziger Straße geben. Es werden auch bessere Verbindungen geschaffen, so vom Breitscheidplatz in West-Berlin zum Roten Rathaus in Ost-Berlin.