Recycling
Viele Autohersteller setzen auf Recycling © panthermedia.net / Z Jan

In den 80er Jahren gab es eine Plakatkampagne, die mit dem Slogan „Ich war eine Dose“ für recycelbare Produkte warb. Der Spruch auf dem Plakat ging von einem Nagel aus und sollte darauf hinweisen, dass auch Getränkedosen ein zweites Leben haben können. Glücklicherweise ist Recyceln heute etwas ganz normales, das betrifft auch die Autoindustrie, wo alte Flaschen zu Sitzbezügen oder alte Stoßfänger zu neuen Radläufen werden.

Viele deutsche Automarken setzten auf Recycling

Bei Mercedes werden zum Beispiel aus alten Stoßfängern, neue Radläufe erzeugt und fast alle anderen Kunststoffteile haben ein Vorleben auf ganz andere Art. Altteile werden in den Werkstätten getrennt, gesammelt und zu Mahlgut verarbeitet, erklärte Anita Engler, die für die Produktentwicklung bei Daimler verantwortlich ist. Auch Gehäuse von Batterien oder Schnipsel von Plastik-Flaschendeckel werden auf diese Weise einem neuen Zweck zugeführt.

Beim i3, einem Elektroauto von BMW, besteht rund ein Viertel aller Kunststoffe aus recycelbarem Material, den sogenannten Rezyklaten, erklärt der Recyclingleiter der BMW Group Steffen Aumann. Davon sind auch die Sitzbezüge nicht ausgenommen, sie werden zum Teil aus alten Plastikflaschen hergestellt. Beim Kleinwagen Adam von Opel sind es rund 170 Komponenten, die aus wiederverwertbarem Kunststoff gefertigt werden. Bei der Mercedes S-Klasse spricht Daimler von 49,7 Kilogramm Recylingkunststoff, das sind um 134 Prozent mehr als bei den Vorgängermodellen, so Engler.

Der Energieverbrauch wird gesenkt

Durch den Einsatz von recycelbaren Stoffen wird der Energieverbrauch bei der Herstellung gesenkt, Opel gab in diesem Zusammenhang eine CO2-Einsparung von 30 Prozent an, da das Granulat aus dem gemahlenen Kunststoff mit weniger Druck und wesentlich geringeren Temperaturen erzeugt werden kann. Auch die EU hat darauf reagiert und verordnet, dass 95 Prozent des Autos, um 10 Prozent mehr als bisher, recycelt werden müssen. Um dieser Verordnung gerecht zu werden, wird für die Produktion ein eigenes Recycling-Konzept erstellt werden müssen.

Der Einsatz von Rezyklaten ist nicht unbegrenzt

Bei Opel hat man festgestellt, dass Produkte aus recyceltem Material wesentlich fester sind und weniger zu Form oder Maßveränderungen neigen. Das führt dazu, dass Opel Stoßfängerbefestigungen, Scheinwerfergehäuse und auch Wasserabweiser aus wiederverwertbarem Material herstellt. Das Gleiche gilt auch für das Saugrohr im Motor, welches sogar Temperaturen bis 200 Grad aushalten muss. Unbegrenzt ist der Einsatz beim Bau von Autos jedoch nicht, vor allem Bauteile, die mit dem Airbag in Verbindung stehen, werden nicht aus Recyclingmaterialien hergestellt, gibt Anita Engler von Daimler an. Durch die etwas größere Reißdehnung und Streuung des Schwingverhaltens eignen sich diese Materialien nicht für sicherheitsrelevante Bauteile.