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Der Autohersteller gerät nun unter Druck des Kraftfahrtbundesamts. © panthermedia.net / lightpoet

Der Druck auf VW durch das Kraftfahrbundesamt wird immer größer. Dem in die Kritik geratenen Autokonzern wird auferlegt, bis zum 7. Oktober einen Zeit- und Maßnahmenplan vorzulegen. Dieser muss das Ergebnis enthalten, bis wann VW die Abgas-Regeln seiner Fahrzeuge einhalten wird. 

Konsequenzen nach Ultimatum

Das Kraftfahrbundesamt sei zu diesem Schritt rechtlich verpflichtet, berichtet die Bild am Sonntag. Die von VW benötigte Typengenehmigung wird dem Autobauer somit auch nur entzogen, wenn der Aufforderung nicht nachgekommen wird. Konsequenz wäre ein Bewegungs- sowie Verkaufsverbot für die betroffenen Fahrzeuge. Nach Angaben eines VW-Sprechers seien jedoch keinerlei Gefährdungen aufgrund der Software zu erwarten. Die betroffenen Fahrzeuge werden in die Werkstätten gerufen und dort umgerüstet.

Manipulation von Abgaswerten

Der Stein kam ins Rollen, als Untersuchungen der US-Umweltschutzbehörde EPA die falschen Abgaswerte offenlegten. Durch die Konzernführung von Volkswagen wurde dieses Ergebnis bestätigt und mitgeteilt, dass die eigentlichen Werte bei Abgaskontrollen mithilfe einer Software manipuliert wurden. Aus diesem Grund kommen nun auf das Unternehmen Forderungen in Milliardenhöhe zu. Als erste personelle Konsequenz musste Konzernchef Martin Winterkorn seinen Platz räumen. Fortan wird er durch den bisherigen Porschechef Matthias Müller ersetzt.

Erste Warnungen bereits 2011

Bereits im Jahr 2011 habe ein VW-Techniker intern davor gewarnt, dass illegale Praktiken angewandt wurden. Laut Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung geht dies aus dem ersten Prüfbericht der internen Revision von VW hervor. Diese Erkenntnisse kommen nun nach und nach ans Tageslicht und beschäftigen die Spitze des Autokonzerns. Demnach sei der Betrug bei den Abgaswerten intern bereits über mehrere Jahre bekannt gewesen. Diese Erkenntnisse gehen aus dem ersten Prüfbericht hervor, welcher durch die interne Revision des VW-Konzers angefertigt wurde. Warum diese Warnungen jedoch ohne Erfolg blieben und wer alles von diesen Praktiken gewusst habe, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Sollte durch die externen Ermittler belegt werden, dass ehemalige oder auch aktuelle Mitglieder der Vorstände in die Manipulationen eingeweiht gewesen waren, so drohen den Managern durch den Konzern hohe Schadensersatzansprüche. Im Juni hatte VW noch bekannt gegeben, seine Spitzenposition mit einer Low Budget-Autoreihe vor allem auf dem asiatischen Markt auszubauen. Das dürfte nach dem Imageschaden nun schwieriger werden.

Vertrauen in Autobauer bleibt

Trotz der VW-Affäre vertraut die Mehrheit der Deutschen den Autobauern. Dies ergab eine Umfrage des Instituts Emnid, bei welcher 44 Prozent nach wie vor großes Vertrauen in die Autobranche haben. Elf Prozent haben sogar ein sehr großes Vertrauen. 29 Prozent der Befragten haben ein geringes und immerhin 9 Prozent gar kein Vertrauen mehr in die Autobauer. Viele der Befragten teilten ihre Vermutungen mit, dass neben VW auch weitere deutsche Autofirmen bei den Abgaswerten manipuliert hätten. Gleiches gilt für ausländische Autobauer. 77 Prozent sprachen sich für eine intensivere Kontrolle von staatlicher Seite gegenüber der Herstellerangaben aus. An der Umfrage nahmen insgesamt 504 Personen teil.