Bislang zahlen Frauen grundsätzlich weniger für ihre Autoversicherung, weil sie weniger Unfälle bauen als gleichaltrige Männer. Mit dieser Form der „statistischen Sippenhaft“ (Bundesverband der Verbraucherzentralen) soll ab 2013 Schluss sein. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat gestern beschlossen, dass Frauen, die ab dem 01. Januar 2013 eine Autoversicherung abschließen, genauso viel bezahlen dürfen wie Männer.

Vor dem Gesetz waren Männer und Frauen schon seit einiger Zeit gleichberechtigt. Vor den Versicherungskonzernen waren sie es bislang nicht. Männer mussten mehr Geld für ihre Autoversicherung auf den Tisch legen als gleichaltrige Frauen. Ganz einfach, weil Männer statistisch betrachtet mehr Unfälle bauen und mehr Schäden verursachen. Das Risiko, ein männlicher Autofahrer zu sein, wirkte sich direkt auf den Geldbeutel aus.

Mit dieser Form von Männer-Diskriminierung ist nun aber bald Schluss – dem EuGH sei Dank! Der Europäische Gerichtshof hat beschlossen, dass jede Form von Diskriminierung bei Versicherungen und der Autoversicherung nach dem 31. Dezember 2012 verboten ist.
In manchen Kommentaren wird davon ausgegangen, dass nun alle grundsätzlich mehr zahlen müssen. Andere Kommentare vertreten die Meinung, dass dieses Urteil auch dazu führen könnte, dass die Autoversicherungen auf breiter Front günstiger werden. Das funktioniert natürlich nur, wenn es einen wirklichen Wettbewerb auf dem Autoversicherungsmarkt gibt.