Geht es ums Geld, haben die Freien aufgeholt – Preise und Mängel verscheuchen Kunden

Man(n) muss kein Trendsetter sein, wenn es darum geht, wohin mit dem Auto zur Wartung? Da die Frage aber wichtig ist, hat der KÜS Trend-Tacho die Erfahrungen von Fahrzeughaltern mit den Werkstätten abgefragt: Wie sieht es aus mit Service, Werkstattwechsel, Kompetenz, das Preis-Image sowie Kulanz- und Garantie-Diensten.

Noch bringen 53 Prozent der Befragten ihr Fahrzeug zur Vertragswerkstatt, was dann zwei Prozent weniger sind als im Vorjahr. Das ist dann auch der „Zugewinn“ für die freien Werkstätten, für die sich mit 31 Prozent sogar drei Prozent mehr als im Vorjahr entscheiden.
Gleich bleibt die Quote bei den „Schraubern“, die im „Do it yourself“ bei vier Prozent liegt, grad einen Punkt höher als die Zahl der Kunden bei den Werkstatt-Systemketten.

Maßgeblich für die Werkstattwahl ist für 29 bzw. 28 Prozent der Fahrzeughalter, dass man Stammkunde mit guten Erfahrungen ist; dass die Nähe zur Wohnung gegeben ist. Wo man den Neuen gekauft hat, bestimmt in der Folge für 23 Prozent die Werkstatt.

Schließlich sind es die fachliche Kompetenz und die Empfehlung eines Dritten, was für 15 von jeweils 100 Befragten gilt. Erst mit 13 Prozent folgt das Preis-Leistungsverhältnis. Jeder Zwölfte wählt die Werkstatt, bei der er seinen Gebrauchten gekauft hat und für fünf von 100 ist die persönliche Bindung zum Betrieb das Kriterium.

Preise und Bewertungsmängel

So kommt denn auch vor, dass im Vergleich zum Vorjahr jeder Zehnte die Werkstatt wechselte, wenn auch mit einem Prozentpunkt weniger als in 2011. Gründe dafür sind zu hohe Preise (29 Prozent), inkompetente Beratung (13 Prozent), der Standort des Betriebes (zwölf Prozent) oder der Kauf eines neuen Autos bei einer anderen Firma (zehn Prozent).
Wenig freundliches Personal oder auch verlorenes Vertrauen gaben neun Prozent der Befragten als Grund für den Werkstattwechsel an, acht Prozent waren unzufrieden mit den Wartungs- und Reparaturarbeiten. Drei Prozent mussten eine neue Werkstatt suchen, weil die bisherige nicht mehr existiert.

Schließlich haben 82 Prozent die Meinung, die Freien seien günstiger, zwölf Prozent halten sie sogar für viel günstiger. In Kulanz und Garantie glaubt man sich mit 26 Prozent bei der Markenwerkstatt besser aufgehoben, auch wenn 27 Prozent glauben, die freie Werkstatt sei ebenso gut. Nur fünf Prozent halten die Garantie- und Kulanzleistungen bei Vertragswerkstätten für
schlechter als bei den Freien.

Man kann also festhalten: Irgendwann muss das „Heilix Blechle“ in die Werkstatt, und das, das kost‘ nun mal. Fazit: Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser!