…und Unfallforscher blicken auf Multimedia im Auto

Trotz weniger Todesfälle im Straßenverkehr betrachtet der ACE Auto Club Europa die Entwicklung der Unfallzahlen im ersten Halbjahr 2012 mit gemischten Gefühlen, denn die Zahl der Unfälle ist zum Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent gestiegen.

Gilt auch der Rückgang der Verkehrstoten bei jungen Motorradfahrern als erfreulich, ist der Anstieg bei allen Arten an Unfällen bedenklich, wofür bei der Verkehrssicherheit in Deutschland viel zu tun ist. Mit ursächlich für die weiterhin hohen Unfallzahlen sind für den ACE auch die Multimedia-Einrichtungen im modernen Auto. Dies belastet sicher auch die Verkehrssicherheit. Qualifizierte Unfallforschung muss sich also auch diesem Aspekt widmen. Ist doch zügig zu klären, wie groß die Zahl der Unfälle ist, bei denen medial abgelenkt wurde und ob sich daraus ein besonderer Regelungsbedarf ergibt.

Es dürfen keine Mutmaßungen sein, wonach Fahrer sich schwer tun mit modernen Multimedia-Angeboten und bestimmten Assistenzsystemen. Als besser muss gelten, wenn die Unfallforschung ihren Blick auf diese Entwicklung richtet und Vorschläge macht, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Um Staus und Dauer-Stopps auf der Autobahn zu entgehen, werden oft moderne und umfangreiche Multimedia-Angebote im Auto eingesetzt. Wobei Navis auch als Wegweiser dienen, um nicht in die „Falle“ zu geraten. Und deshalb liegen darin auch hohe Risiken, wenn sie manuell während der Fahrt bedient werden. Eine Tatsache, die der ACE kürzlich in einem sogenannten HMI-Test herausgefunden hat.

Während Sprachsteuerung und Zielspeicher als unbedenklich gelten, sind die Hersteller noch nicht entschlossen genug, ihre Systeme deutlicher an die notwendige Verkehrssicherheit anzupassen.
Das nämlich kann bedeuten, dass der Gesetzgeber als Ultima Ratio für die technischen Zulassung die Rote Karte zieht und Auswüchse stoppt, die als Schnickschnack gelten und die als angewandte Multi-Medias im Auto nicht erwünscht sind….