Langeweile
Immer weniger junge Frauen kaufen einen Neuwagen © panthermedia.net / Antonio Guillen Fernández

Auch wenn sich die Automobilindustrie stetig weiterentwickelt und Neuwagen mit immer neueren Innovationen ausstattet, entscheidet letztendlich die Käuferschaft, wie erfolgreich ein bestimmtes Modell ist. Zur Zielgruppe zählen auch junge Personen, wobei die Verkaufszahlen zeigen, dass junge Frauen anscheinend die Lust am Neuwagenkauf verloren haben. Dabei ist diese Kundengruppe für die Hersteller nicht unwichtig. Nur wenigen Marken gelingt es jedoch, das Interesse junger, weiblicher Kunden zu wecken.

Die Autowelt als reine Männerdomäne?

Aus demografischer Sicht sind Frauen hierzulande leicht in der Überzahl. Trotzdem konnte nicht mal ein Drittel davon überzeugt werden, sich einen Neuwagen anzuschaffen. Im ersten Halbjahr 2015 befanden sich unter den Privatkäufern nur 32,2 Prozent Frauen. Seit 2007 gab es keinen geringeren Wert, wie das CAR Center Automotive Research nun feststellte. Tatsächlich wurde die Autowelt schon immer von Männern dominiert. Diese spielen auch heute noch die wichtigste Rolle in Entwicklung, Konzern-Leistung und sogar im Verkauf. Da es sich nun aber auch bei den Kunden immer mehr um Männer handelt, bekommen die Hersteller früher oder später ein Problem. Davon betroffen sind in erster Linie die deutschen Premium-Marken, denn junge Frauen scheinen sich immer mehr für Modelle ausländischer Autobauer zu interessieren.

Autoindustrie muss sich anpassen

Natürlich möchten junge Frauen im Alltag flexibel und mobil sein. Doch innerhalb der letzten Jahre haben es die Hersteller geschafft, mit protzigen Fahrzeugen aber auch spießigen Limousinen den Frauenanteil beim Neuwagenkauf dramatisch zu senken. Nur Mini scheint nicht an dieser wichtigen Zielgruppe vorbei zu produzieren. Was den privaten Neuwagenkauf betrifft, so beträgt der Frauenanteil im ersten Halbjahr 51,4 Prozent. Weit abgeschlagen auf den Plätzen zwei und drei befinden sich Suzuki und Peugeot mit 42- bzw. 40,8 Prozent. Das dürfte BMW freuen, zumal es sich bei Mini um eine Tochtermarke des bayrischen Autobauers handelt. Wie gut ein neues Auto bei der jungen, weiblichen Zielgruppe ankommt, hängt unter anderem von Werbung und Präsentation ab. CAR-Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer verweist hier auf die Automobilhersteller, die mit der Werbung besonders Männer ansprechen wollen. Frauenunfreundlich sei auch das Vertriebsmodell: Autohäuser in Gewerbegebieten locken nicht viel weibliche Laufkundschaft in die Showrooms.