Berlin müsste eigentlich Rüdesheim heißen: Denn im Berliner Verkehr gehts immer rüder zu. Der Berliner ist ja an und für sich nicht gerade für herausragende Freundlichkeit bekannt. Wer die Stadt besucht oder frisch zugezogen ist, kann sich über die rüde Art und Weise oftmals nur wundern. Das gilt auch für den Straßenverkehr.

Der ADAC, Verkehrspsychologen, Fahrlehrer, Taxifahrer und viele andere professionelle Autofahrer beklagen sich über die immer rauher werdenden Sitten im Berliner Straßenverkehr. Manche dieser Experten behaupten, dass es in der Mauerstadt Berlin ganz anders zuging – und das Verhalten erst nach der Wende krasser wurde. Wahrscheinlich liegt der Wandel auch darin, dass die Straßenentwicklung mit der Verkehrsentwicklung in der Stadt nicht Schritt gehalten hat.

Das Anzeigenblatt Berliner Woche widmet diesem Thema eine ganze Seite – und zitiert dabei diverse Verkehrsexperten. Ein Fahrlehrer verglich die Zustände des Berliner Verkehrs mit einem viel zu engen Hamsterkäfig. Für immer mehr Autos gibt es immer weniger Platz. Das alleine führt schon zu schlechten Gefühlen. Ein Taxifahrer hält Berlins Straßen für überreguliert. An dieser Stelle wurde ja auch schon darüber berichtet, dass mittlerweile 75% aller Berliner Straßen Tempo-30-Zonen sind.

Dazu kommen brandenburgische Pendler, die bei den zahlreichen Staus navigesteuert durch Wohngebiete brettern, Lieferverkehre, die auf den rechten Fahrstreifen oder Fahrradwegen stehen bleiben um ihre Ware auszuliefern, gigantische Straßenschäden und vieles mehr. Dies alles sollen Gründe dafür sein, dass manche Autofahrer, Biker und Fußgänger sich immer weniger an Verkehrs- und Höflichkeitsregeln halten: Sie rasen, drängeln, nehmen die Vorfahrt, schimpfen, prügeln sich, parken falsch und vieles mehr.