Seit mehreren Jahren schreibe ich regelmäßig für den Kfz-Blog von Autoversicherungen Online. Stoff für Blogbeiträge zu finden ist relativ einfach: Das Thema Auto ist ja überall permanent präsent. In den Zeitungen kommen die Autoversicherer allerdings kaum vor. Ist das wirklich so – oder ist meine Wahrnehmung gestört?

Laut dem Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) gibt es über 104 Millionen Versicherungsverträge im Bereich der Kraftfahrversicherung. Damit ist diese Versicherungssparte die größte Versicherungssparte überhaupt. Die Autoversicherer nehmen pro Jahr ca. 20 Milliarden Euro ein – und wenden ca. 19 Milliarden für Schadensfälle auf. Das gesamte Thema hat also eine recht große wirtschaftliche Bedeutung.

Trotzdem kommt das Thema Autoversicherung auch in den Wirtschaftsteilen der Zeitungen relativ selten vor. Es wird eher gegen Jahresende über Autoversicherungen berichtet. Warum aber ist das so? Die Antwort auf diese Frage hängt vielleicht damit zusammen, wie ein Thema überhaupt für einen Wirtschaftsjournalist interessant werden kann. Was also könnte für den Wirtschaftsteil einer Zeitung interessant sein?

Von Interesse sind natürlich grundsätzliche Veränderungen wie z.B. die Gründung der ersten Direktversicherung. Auch ein Gerichtsurteil kann eine grundsätzliche Veränderung bringen, z.B. das EuGH-Urteil, das die risikogerechte Kalkulation bei Versicherungen in Frage stellte. Interessant sind natürlich auch Meldungen, die einen Trend für die Autoversicherungs-Branche insgesamt rüberbringen, z.B. ein Rückgang bei den Versicherungspolicen.

Aber diese grundsätzlichen Veränderungen passieren relativ selten. Worüber könnte eine Wirtschaftsredaktion also berichten? Über den Normalfall wohl eher nicht. Aber vielleicht ist genau das das Problem: Autoversicherungen funktionieren eigentlich gut. Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist – wie der Name schon sagt – eine Pflichtversicherung. Und der Sinne und Zweck einer Kaskoversicherung leuchtet wohl den meisten Fahrzeughaltern ein. Also gibt es derzeit eben für Wirtschaftsjournalisten relativ wenig Neues zu berichten.