Mann, Mann, Mann…als ob es etwas Neues wäre, dass das Autofahren ständig teurer wird… – Und dabei gehen doch die Versicherungsprämien bei denen zurück, die unfallfrei unterwegs sind. Warum also eine neuerliche Studie über „die größten Kostentreiber?“

Klar ist doch, es ist der Wertverlust bei Neuwagen, der einen nachdenklich macht. Doch bei immer mehr fremd – oder Leasing-finanzierten Fahrzeugen ist das doch auch ‚wurscht‘. Die Frage lautet doch einfach und knapp: Kann ich die monatliche Belastung fürs Auto tragen oder muss ich mich bescheiden…auf einen Modus, einen Astra oder einen Nissan XYZ…

Das Benzin teuer geworden ist, machen zuletzt auch die Ferien und der schwächere Euro aus. Das dabei die Mineralölsteuer und die Umsatzsteuer mit Schuld dran tragen, ist auch klar.

Doch trotzdem steht die „umfassende Analyse der Pkw-Vollkosten von 1980 bis heute“. Die Unternehmensberatung Progenium publiziert darin „überraschende Ergebnisse“.

Haben doch auch die Autokonzerne ihren „Wertschöpfungs-Anteil“ am Autofahren ständig ausgebaut und weniger Umsatz machen Werkstätten und Reifenhändler. Und weil auch die Betriebskosten – samt Kraftstoff – leicht zurückgingen, liegt es an „Spritspar-Technologien“ sowie an besserer Fahrzeugqualität, die Kosten für Betrieb, Werkstatt und Reifen zu verringern.

Was aber machte das Autofahren seit 1980 teuer? – Für die Studie wählte man drei beliebte Autos, den VW Polo, einen BMW 3er und die Mercedes S-Klasse mit jeweils 15.000 Jahreskilometern, und stellte einen Vergleich an zur Entwicklung der Netto-Haushaltseinkommen während der vergangenen 32 Jahren.

Wertminderung durch Abnutzung

Nun weiß jeder kaufmännische Lehrling, es ist der Wertverlust, von dem ein langlebiges eben nun mal Wirtschaftsgut begleitet ist. Und genau dieser Anteil an den Pkw-Gesamtkosten entwickelt sich nicht linear sondern ist progressiv gestiegen.
Waren es beim Polo 1980 (umgerechnet) noch 112 Euro oder 30 Prozent von 378 Euro pro Monat, sind es von 413 Euro heute 181 Euro oder 44 Prozent, die auf den Wertverlust entfallen.
In der S-Klasse gilt dies noch stärker: 1980 noch 46 Prozent oder 403 Euro der Gesamtkosten von 878 Euro, sind es 2012 im Monat 1.742 Euro, davon 1.346 Euro oder 77 Prozent für den Wertverlust.
Ein wenig wird dies für die S-Klasse-Fahrer durch sparsamere Motoren ausgeglichen, auch wenn der Grundpreis von 43.000 auf 79.000 Euro stieg. Die Kraftstoffkosten sanken um 21 Prozent, beim Polo waren dies nur minus zwei und beim 3er minus sechs Prozent.

Ähnlich sieht es bei den Werkstatt- und Reifenkosten aus, wofür der Polofahrer 1980 noch 71 Euro pro Monat ausgab und er heute nur noch 33 Euro benötigt. Beim3-er-BMW sanken die Werkstatt- und Reifenkosten von 86 auf 60 Euro im Monat und für die S-Klasse sind dies nur noch 93 Euro oder fünf Prozent; 1980 waren es noch 14 Prozent oder 123 Euro.

Fazit: Wahrend der ersten vier Jahre eines „Auto-Lebens“ werden weniger Reparaturen fällig und eine verbesserte Garantie hält die Kosten gering.
Bei den fixen Kosten für Steuern und Versicherung lag der Polo vor 32 Jahren bei 4,8 Cent pro Kilometer, was er auch heute benötigt; beim BMW 3er waren es vor Jahren 7,2 Cent und sind es heute 7,0 Cent; und schließlich sind es für die S-Klasse 10,8 Cent zu heute 10,4 Cent.
Wer sich die Fahrzeugklasse weniger oder eben doch höher leisten kann, der wisse:
die Vollkosten eines VW Polo stiegen nur um neun Prozent, die einer Mercedes S-Klasse aber um 98 Prozent.
Ein 3er-Käufer muss heute ein Drittel mehr für Kauf und Unterhalt zahlen als vor 32 Jahren.