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Digitalunternehmen machen Autohersteller nervös © panthermedia.net / Cristi L

Neue Techniken und Online-Dienste sind die Zukunft der Automobilindustrie. Die gesamte Branche steht vor dem Beginn einer neuen Ära. Geprägt werden könnte diese jedoch vor allem von Unternehmen aus dem Silicon Valley. IT-Konzerne wie Google oder Apple üben immer mehr Einfluss aus. Das kritisieren die Automobilhersteller.

Apple & Google drängen auf den Markt

Unternehmen wie VW, Mercedes oder BMW haben sich in den vergangenen Jahrzehnten eine komfortable Stellung auf dem Markt erarbeitet. Das System aus Herstellern, Zulieferern und Autohändlern gab den großen Unternehmen alle Macht auf dem Markt und dies praktisch seit dem Beginn der Massenverbreitung von Pkws.

Mit dem Markteintritt von Google, Apple oder anderen IT-Unternehmen könnte sich diese Konstellation nun jedoch grundlegend ändern. Gerade Apple und Google sind es gewohnt, selbst den Ton anzugeben. Google arbeitet schon seit Jahren an der Technik eines selbstfahrenden Wagens und ist auf diesem Gebiet mittlerweile einer der Vorreiter. Auch Apple soll mittlerweile schon in der Technikentwicklung stecken und auf dem Gebiet der E-Mobilität (vor dem Hintergrund der Energiewende) forschen. Viele Experten halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass die IT-Unternehmen am Ende tatsächlich auch in die Automobilherstellung einsteigen. Die Gewinnmargen auf dem Automarkt seien zu gering hierfür. Stattdessen dürfte sich der wahre Kampf zwischen den IT-Unternehmen und den Autoherstellern um die zukünftigen Gehirne der Autos drehen.

Automobilhersteller kämpfen um Kontrolle

Trotz ihrer Bemühungen wäre es eine große Überraschung, sollten Apple und Google in den kommenden Jahren tatsächlich Autos selbst herstellen. Die wirkliche Gefahr lauert für Automobilhersteller darin, dass die IT-Unternehmen irgendwann den Entstehungsprozess übernehmen und die Autobranche lediglich zum Produzenten degradiert wird. Gerade im Hinblick auf die zunehmende Vernetzung bekommen Unternehmen wie Apple eine immer größere Marktmacht. Da mobile Technologien auch im Auto immer wichtiger werden, müssen Hersteller nun reagieren. Um nicht irgendwann einmal lediglich Lieferant für die Technik Dritter zu werden, haben Unternehmen wie Daimler, Audi und BMW beispielsweise gemeinsam den Kartendienst Here gekauft. Der Prestigekauf war dabei ein klares Zeichen dafür, dass man die Kontrolle im Cockpit nicht kampflos an Silicon Valley abgeben wird.