Winterreifen
Bei Schnee schnitten die meisten Reifen im Test gut ab © panthermedia.net / kalinovsky

Der Winter 2015 naht. Dies nahm sich Stiftung Warentest zum Anlass und testete die Sicherheit von Winterreifen. Das Ergebnis: Nur fünf der getesteten Winterreifen sind bei Nässe sicher. Bedenklich, denn Nässe auf Straßen ist im Winter häufiger anzutreffen als Schnee und Eis.

Gut im Schnee, schlecht bei Nässe

35 Winterreifen zu Preisen von 33 bis 85 Euro hat Stiftung Warentest im großen Winterreifentest unter die Lupe genommen. 16 hatten die Größe 165/70 R14 T und 19 die Größe 205/55 R16 H. Nach den Ergebnissen verdienten sich 28 der getesteten Reifen das Prädikat „gut“ auf Schnee. Bei Nässe zeigten 23 Reifen jedoch Schwächen. Vier Modelle fielen sogar komplett durch. Beim Bremsen zeigten sie eine völlig unzureichende Seitenführung. Lediglich 5 Reifen erhielten die Gesamtnote „gut“.

Bedeutende Unterschiede auf nasser Straße

Die Unterschiede zwischen einem guten und einem schlechten Reifen sind laut dem Test gravierend. Ein guter Reifen brachte ein Fahrzeug bei einer Vollbremsung deutlich schneller zum Stehen. Der Bremsweg des besten Reifens war 13 Meter kürzer als der des schlechtesten Fabrikats. Diese Strecke entspricht etwa drei Wagenlängen eines Kleinwagens. Der Unterschied ist mehr als bedenklich, denn er stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Nach einer Vollbremsung bei Tempo 80 steht der Wagen mit den besten Reifen bereits, während das Fahrzeug mit den schlechten Reifen noch mit 40 km/h rollt. Im Ernstfall könnte diese Fahrt im Heck des vorausfahrenden Fahrzeugs enden.

Das gesetzlich vorgeschriebene EU-Reifenlabel sagte laut Stiftung Warentest über die tatsächliche Nasshaftkraft nichts aus. Der Testverlierer, der wegen seiner Schwächen auf nasser Straße in der Kategorie „Handling“ ein „mangelhaft“ erhielt, war laut Label in der zweitbesten Nasshaftungsklasse „B“. Andere Reifen, die im Test besser abschnitten, waren in der schlechteren Klasse „C“ eingestuft.

Billige Reifen schnitten schlechter ab

Auffallend bei den Ergebnissen des Tests war, dass besonders die preisgünstigen Reifen bei Nässe nicht überzeugen konnten. Das Argument, dass Reifen die lange halten, weniger Grip haben und daher bei Nässe ein langer Bremsweg unvermeidbar sei, sticht nicht. Der Test zeigt, dass haltbare Reifen ausgezeichnet bei Nässe bremsen können. Doch auch ein teurer Reifen muss nicht immer unbedingt auch gut sein. Im Test zeigte sich aber deutlich, dass die Pneus der Markenhersteller besser abschnitten. Keiner der Markenreifen viel durch, die meisten schnitten mit „gut“ ab.

Die richtige Bereifung ist für sicheres Fahren entscheidend. Die bekannte Faustregel, nach der Winterreifen von O (Oktober) bis O (Ostern) gefahren werden sollen, ist sinnvoll. Wer bis zum ersten Schnee wartet, bekommt oft nicht die gewünschten Reifen und in der Werkstatt gibt es Terminengpässe. Statistisch ist übrigens belegt, dass es in diesem Zeitraum in Deutschland häufiger regnet als schneit.