18 Krankenkassen schließen Zusatzbeitrag für 2010 aus
18 Krankenkassen schließen Zusatzbeitrag für 2010 aus

Das Handelsblatt führte die Umfrage unter den 30 größten gesetzlichen Krankenversicherungen durch, wo rund 61 Millionen Menschen versichert sind. Für 34 Millionen von ihnen gaben die Krankenkassen nun Entwarnung: Für 2010 ist die Erhebung von Zusatzbeiträgen definitiv ausgeschlossen. Zu diesen Krankenkassen gehören einige AOK, unter anderem die AOK Baden-Württemberg und Rheinland/Hamburg, die AOK plus sowie die Knappschaft und die BKK vor Ort. Diese Krankenkassen können aufgrund von Rücklagen, die bereits 2009 gebildet wurden, weiterhin auf die Erhebung von Zusatzbeiträgen verzichten. Sieben der befragten Krankenkassen ließen die Entscheidung noch offen oder machen diese von der weiteren Entwicklung im Gesundheitswesen abhängig, so beispielsweise der Marktführer Barmer GEK und die AOK Bayern. Laut Handelsblatt favorisieren beide die Erhöhung der allgemeinen Beitragssätze.

Verschlechterung der Finanzlage durch Zusatzbeiträge

Möglicherweise spielen die schlechten Erfahrungen anderer Krankenkassen mit dem Zusatzbeitrag für die Zurückhaltung eine Rolle. Als Beispiel dienen die BKK für Heilberufe oder die Gemeinsame BKK, welche trotz des höchstmöglichen Zusatzbeitrags von 37,50 Euro ihr Haushaltsloch nicht stopfen konnte und Insolvenzgefahr anzeigen musste. Auch die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) musste infolge der Erhebung von acht Euro Zusatzbeitrag ab Februar 2010 einen Mitgliederverlust von 150.000 Versicherten hinnehmen. Der hohe Verwaltungsaufwand verschlingt zudem beinahe die Hälfte der Einnahmen durch den Zusatzbeitrag.

Neun Millionen zahlen bereits Zusatzbeiträge

Zu den neun Millionen Mitgliedern der 16 gesetzlichen Krankenkassen mit Zusatzbeitrag (siehe Krankenkassenliste) könnten also im Laufe des Jahres weitere 27 Millionen Versicherte kommen, wenn Mehreinnahmen für die Krankenkassen unumgänglich werden sollten. Für 2011 rechnen Experten mit einem Defizit von bis zu elf Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung, welches allein durch Einsparungen und Steuerzuschüsse nicht zu verhindern ist. Die Regierungskoalition fordert erstaunlich einvernehmlich die Erhöhung der Zusatzbeiträge auf 20 Euro, um den Krankenkassen Mehreinnahmen zu ermöglichen.