Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung
Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung © panthermedia.net / Randolf Berold

In diesen Tagen erhalten viele Versicherte Post von ihrer privaten Krankenversicherung über Beitragsanpassungen. In manchen Tarifen wird es günstiger, andere werden teurer. Wer keine Nachricht von der PKV erhält hat Glück, dann ist der Tarif beitragsstabil. Wer mit Beitragserhöhungen zu tun hat, hat mehrere Möglichkeiten, zu reagieren.

Wichtig ist bei einer Beitragserhöhung nicht sofort dem Impuls zu folgen, die Versicherung umgehend zu kündigen. Denn jeder privat Versicherte baut während der Versicherungszeit mit seinen Beiträgen Rücklagen für das Alter auf, die im Falle der Kündigung schlimmstenfalls komplett verloren gehen. Doch es gibt für viele Versicherte Möglichkeiten, das teilweise oder ganz zu vermeiden. Zumindest sollte jeder Versicherte nachfolgende Möglichkeiten in Betracht ziehen.

1. Interner Tarifwechsel

Diese Möglichkeit sollte zuerst geprüft werden, denn der Tarifwechsel beim eigenen Anbieter hat viele Vorteile: Der Beitrag lässt sich zum Teil deutlich senken, Rückstellungen werden vollständig übertragen, Leistungen können erhalten bleiben und es ist für die bisherigen Leistungen keine neue Gesundheitsprüfung notwendig. Im Schnitt sparen Tarifwechsler laut Stiftung Warentest rund 200 Euro Monatsbeitrag. Nachteil beim Tarifwechsel: Den Versicherungen sind Tarifwechler oft ein Dorn im Auge, weshalb in diesem Punkt seitens der Versicherung meist wenig Unterstützung kommt. Doch gerade diese benötigen Versicherte, um im Tarifdschungel geeignete Alternativtarife zu finden.

» Hilfe und kostenlose Informationen zum Tarifwechsel

2. Zu einem anderen Unternehmen wechseln

Dieser Schritt sollte gut überlegt sein. Hier gehen die Rückstellungen verloren, für Versicherte, die nach 2009 eingestiegen sind, werden Rückstellungen immerhin teilweise übertragen. Dennoch kann ein Anbieterwechsel lohnen, wenn im neuen PKV-Tarif die günstigeren Beiträge die verloren gegangenen Rückstellungen nach gewisser Zeit aufwiegen. Hierzu sollten Versicherte geeignete Angebote einholen und anschließend unbedingt genau in Erfahrung bringen, wie viel Polster sie bei der jetzigen Versicherung bereits angespart haben. Anschließend sollten die Einsparungen dem Verlust der Rückstellungen gegenübergestellt werden. Erst dann wird deutlich, ob eine andere PKV tatsächlich günstiger ist. Denn bei einem neuen Vertrag haben Versicherte automatisch ein höheres Eintrittsalter als im bestehenden Vertrag, was sich beim neuen Versicherer verteuernd auswirkt.

» Kostenloser Vergleich der Angebote verschiedener Versicherungen

3. Selbstbehalt erhöhen

Ein kurzfristiger und rein beitragsorientierter Schritt ist die Erhöhung des Selbstbehaltes. Das senkt den Monatsbeitrag zwar, hat aber im Leistungsfall zur Folge, dass der Versicherte sich stärker an den Behandlungskosten beteiligen muss. Hier ist genau zu klären, ob das dauerhaft bezahlbar ist, denn eine spätere Absenkung des Selbstbehaltes ist in der Regel nicht möglich.

4. Leistungen senken oder streichen

Ebenfalls mit Vorsicht zu genießen sind Leistungskürzungen. Streichen Versicherte bestimmte Leistungen, wird es kurzfristig zwar billiger. Benötigen sie später im Krankheitsfall aber genau diese Leistungsbausteine, zahlen sie wieder drauf. Es empfiehlt sich deshalb, in erster Linie sogenannte Komfortleistungen auf den Prüfstand zu stellen. Dazu zählen beispielsweise Chefarztbehandlungen oder die 1-Bettzimmer-Unterbringung im Krankenhaus.

5. Wechsel in den Basistarif

Dieser Schritt ist eine der letzten Bastionen. Der Basistarif ist nach Einschätzung von Verbraucherzentralen teuer und mit wenigen Leistungen ausgestattet. In der Tat beinhaltet der Basistarif lediglich Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, kostet aber den gesetzlichen Höchstbeitrag von derzeit rund 700 Euro monatlich. Einziger echter Vorteil: Für Bezieher von Arbeitslosengeld halbiert sich der Beitrag und der Leistungsträger beteiligt sich stärker an den Kosten bis hin zu einer vollständigen Kostenübernahme.