Aktuelle Beitragsbemessungsgrenze 2011 gesunken
Aktuelle Beitragsbemessungsgrenze 2011 gesunken

In der Sozialversicherung gibt es mehrere Beitragsbemessungsgrenzen (BBG), die in dem jeweiligen Zweig der sozialen Sicherung über die Höchstbeiträge für Gutverdiener bestimmen. Sowohl die Beitragsbemessungsgrenzen für die Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung als auch die der Kranken- und Pflegeversicherung sind erstmals seit Jahrzehnten gesunken. Beitragsbemessungsgrenzen werden jedes Jahr zum Januar an die allgemeine Einkommensentwicklung des Vorjahres angepasst und bestimmten bis zu welcher Höhe ein Einkommen von Angestellten für die Sozialversicherung zur Beitragsberechnung berücksichtigt wird. Einkommen, das über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, unterliegt nicht der Beitragspflicht.

Sinkende Einkommensgrenze – sinkende Beiträge

Ein Absinken der Beitragsbemessungsgrenze hat zur Folge, dass der Höchstbeitrag für Gutverdiener sinkt, da Beiträge prozentual berechnet werden. Zum Januar 2011 wurde jedoch der allgemeine prozentuale Beitragssatz in der Krankenversicherung angehoben, sodass im Vergleich zu 2010 de facto eine für die gesetzlich Versicherten Beitragserhöhung eintritt.

Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze wird zur Beitragsberechnung herangezogen und stellt damit die wichtigste Einkommensgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung dar. Die zweite Grenze stellt die Versicherungspflichtgrenze dar (auch Jahresarbeitsentgeltgrenze/JAG: 49.500 €/Jahr bzw. 4.125 €/Monat). Beide Grenzen werden häufig verwechselt, doch es gibt wichtige Unterschiede: Die Versicherungspflichtgrenze gibt das Einkommen an, bis zu dem eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse besteht. Nur mit einem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze kann die Krankenversicherungspflicht ausgesetzt werden. Erst dann ist ein Wechsel in die private Krankenversicherung möglich. Eine Befreiung muss vorher beantragt werden.

BBG für Angestellte

Sämtliche Einkommensgrenzen haben vor allem für eine Berufsgruppe von Bedeutung: Angestellte. Der Grund ist, dass nur Arbeitnehmer der gesetzlichen Versicherungspflicht unterliegen. Selbständige und Beamte können in der Regel auch ohne Beschränkung des Einkommens das gesetzliche System verlassen. Ausnahmen gibt es für selbständige Künstler. Wer als Selbständiger oder Beamter dennoch einer gesetzlichen Krankenkasse angehört, für den besteht eine freiwillige Versicherung und es gelten dieselbe Beitragsbemessungsgrenzen. Allein die Versicherungspflichtgrenze hat für Selbständige und Beamte in der Regel keine Bedeutung.

Versicherungspflicht in Deutschland

Viele Menschen waren bis vor wenigen Jahren in Deutschland ohne Krankenversicherung, um die hohen Beiträge zu vermeiden. Dies betraf vor allem Gutverdiener, die Höchstebeiträge entrichten müssen und Geringverdiener, die die Mindestbeiträge nicht aufbringen konnten. Seit 2009 besteht jedoch eine Krankenversicherungspflicht, sodass jeder eine Krankenversicherung vorweisen muss. Wer diese Pflicht umgeht, muss mit empfindlichen Strafen und rückwirkenden Beitragsforderungen der Krankenversicherung rechnen. In der Tat hat sich die Zahl der nichtversicherten Menschen in Deutschland seit Einführung der Versicherungspflicht erheblich veringert.