Unfall
Haftpflicht für selbstfahrende Autos © panthermedia.net / fredgoldstein

Der Traum vom selbstfahrenden Auto wird Wirklichkeit werden. Natürlich stellt sich da auch die Frage nach dem Versicherungsschutz. Kurz vor der Automesse IAA in Frankfurt äußerte sich der Vorstand der Allianzversicherung Alexander Vollert genau zu diesem Thema. Änderungen bei den bestehen Kfz-Haftpflichtpolicen seien, so Vollert, nicht nötig.

Auch vollautomatische Autos sind haftpflichtversichert

Ohne eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung darf in Deutschland kein Auto am Straßenverkehr teilnehmen. Diese Pflicht bleibt auch für selbstfahrende Fahrzeuge bestehen. Während in anderen EU-Ländern andere Regeln gelten, wird die Kfz-Haftpflichtversicherung in Deutschland auch dann für einen Schaden aufkommen, wenn das Auto ohne Fahrer unterwegs war. Sogar dann, wenn Hacker durch einen Angriff auf das Auto einen Unfall verursachen, wird die Haftpflichtversicherung den Schaden des Unfallopfers übernehmen. Es dürfte sich dann aber auch die Frage stellen, ob durch eine Schwachstelle am Fahrzeugdatensystem überhaupt erst den erfolgreichen Hackerangriff zugelassen hat.

Regressforderungen dürften sich häufen

Aber auch wenn die Kfz-Haftpflicht ebenso bei vollautomatischen Autos gilt, wird es doch einige Unterschiede geben, so Alexander Vollert weiter. Denn es stellt sich natürlich auch bei den autonom fahrenden Fahrzeugen die Frage nach dem Unfallverursacher. So ist wohl damit zu rechnen, so Vollert, dass sich Regressforderungen gegen die Fahrzeughersteller häufen werden. Führen Fehler in der Technik zu einem Unfall, würde sich die Versicherung sicherlich an den Hersteller wenden und gegen ihn ihre Forderungen geltend machen. Dabei wird dann besonders die Produkthaftpflicht eine Rolle spielen.

Wichtiger Punkt: Der Datenschutz

Das neue Zeitalter der Mobilität wirft mit seinen Entwicklungen auch die Frage nach dem Datenschutz auf. Empfehlenswert sei es, so der Allianz-Vorstand Alexander Vollert, den Datenaustausch nicht über offene Schnittstellen am Auto durchzuführen. Geeigneter wäre eine externe Plattform, durch welche der Fahrzeughalter dann selbst entscheiden kann, welche Daten er freigeben möchte und welche eben nicht. Ein Datenmonopol der Hersteller sollte, so Vollert, in jedem Fall nicht entstehen.

Das neue Zeitalter der Mobilität fordert eine Prüfung der aktuellen Regelungen. Vollautomatische Autos sind nur noch eine Frage der Zeit. Umso wichtiger, dass sich die Politik auf diesen Wandel einstellt.