Auch die drittgrößte private Krankenversicherung (PKV) Deutschlands muss zu Beginn des Jahres 2012 die Beiträge für einige Tarife erhöhen. Aller Voraussicht nach sollen die Bescheide im November 2011 versendet werden. Erst dann wird klar sein, wie hoch die Erhöhungen im einzelnen ausfallen sollen. Nach Medienangaben wird die Allianz private Krankenversicherung in der AktiMed-Tarifgruppe eine Reihe von Beiträgen anheben. Hiervon sind im Besonderen Frauen betroffen. Jugendliche werden im AktiMed Best S-Tarif mit Beitragserhöhungen konfrontiert, während andere Tarife der AktiMed für sie und auch Kinder kostengünstiger werden sollen. Männliche PKV-Versicherte in der Allianz sollen von Beitragsanpassungen nahezu gar nicht betroffen sein.

Krankenzusatzversicherungen und Krankentagegeld

Darüber hinaus wird der führende Ärzteversicherer in Deutschland nur wenige Tarife für die Mediziner erhöhen. Bei den Zusatztarifen der Allianz wird es 2012 ähnlich viele Erhöhungen der Tarifbeiträge geben wie Kosten gesenkt werden. Im Hinblick auf das Krankentagegeld soll im kommenden Jahr  in den meisten Fällen die Stabilität vorherrschend sein.

Bessere Beitragsstabilität durch Bonitätsprüfung

Um den Belastungen, die durch Beitragsserhöhungen für die Versicherten entstehen, angemessen Rechnung zu tragen, hat die Allianz eine Bonitätsprüfung sowie die Überarbeitung des Mahnverfahrens veranlasst. Hintergrund ist der Schaden, der durch ausstehende Beitragszahlungen von einigen Versicherungskunden entsteht. Durch die eingeleiteten Maßnahmen soll die Stabilität bei den PKV-Beiträgen verbessert werden.

Beitragserhöhung durch medizinischen Fortschritt

Trotz dieser Bemühungen wird es weiter Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung geben. Das betonen immer wieder die Verantwortlichen der Branche. „Die Bürger werden auch künftig mehr für die Krankenversicherung ausgeben müssen“, gibt der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Reinhold Schulte gegenüber der Rheinischen Post an. Hierfür sei auch der medizinische Fortschritt verantwortlich. Dieser sei einfach mit Kosten verbunden, zudem altere und schrumpfe die Gesellschaft, was die Versichertengemeinschaft ungünstig beeinflusse, so Schulte.