Arzneimittel-Rabatte auch für private Krankenversicherung
Arzneimittel-Rabatte auch für private Krankenversicherung

CDU und CSU sprechen sich zunehmend für eine Erweiterung der geplanten Arzneimittel-Rabatte auf die private Krankenversicherung (PKV) aus. Arzneimittel-Experte der Union, Michael Hennrich erklärte, es sei wichtig dass man sich auch um die Finanzentwicklung der privaten Krankenversicherung kümmere. Es müsste auch hier eine Kostendämpfung geschaffen werden, um das private Vorsorgesystem für die Zukunft zu rüsten. Zudem sei es aus sozialen Gründen wichtig, die Ausgaben der privaten Krankenversicherung längerfristig zu dämpfen. Bereits jetzt wären viele der 8,8 Millionen Versicherte mit niedrigerem Einkommen durch die Beiträge der privaten Krankenversicherung finanziell überbelastet, ergänzte CDU-Experte Jens Spahn. Indessen hat sich auch der PKV-Spitzenverband für die Ausweitung der Arzneimittel-Rabatte ausgesprochen.

Soziale Frage

Gesundheitsexperte der CDU, Jens Spahn erklärte, es sei eine soziale Frage, dass die Regierung auch die Ausgaben in der privaten Krankenversicherung ins Auge fasse. So wie die gesetzliche Krankenversicherung ist auch die private Vorsorge mit stetigen Steigerungen der Ausgaben für ärztliche Leistungen und Medikamente konfrontiert.

Dies bestätigte kürzlich auch ein IGES/Rürup-Gutachten im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums. Infolge der erheblichen Beitragssteigerungen in den vergangenen Jahren, seien besonders viele Rentner und Beamte mit niedrigem Einkommen finanziell überfordert, so Spahn.

Stabilisierung der Beiträge

Michael Hennrich von der Union befürchtet, dass das geplante Arzneimittel-Sparpaket im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung die überdurchschnittlichen Kostensteigerungen in der privaten Krankenversicherung sogar noch verschärfen könnte. Die Pharmaindustrie könne versuchen, Gewinneinbußen zu kompensieren, indem sie die Arzneimittelpreise in der privaten Krankenversicherung weiter steigen lasse.

Hennrich erklärte, ihm sei klar dass sich das Arzneimittelpaket für die gesetzlichen Krankenkassen nicht ohne weiteres übertragen ließe, denn es handle sich um zwei unterschiedliche Systeme. Angst vor Protesten der Pharmaunternehmen habe er aber nicht, so Hennrich. Er habe stets vorrangig die Versicherten im Blick.

PKV-Verband unterstützt Pläne

Auch der Verband der privaten Krankenversicherung hatte zuletzt gefordert, das geplante Arzneimittel-Gesetz auf die private Krankenversicherung auszudehnen. Nach Meinung des PKV-Verbands sollten auch die knapp neun Millionen privat Versicherten von den geplanten Rabatt-Verträgen profitieren. Besonders Volker Leienbach, Vorsitzender des PKV-Verbandes, verspricht sich davon eine Stabilisierung der PKV-Beiträge.

Er forderte daher die branchenweite Umsetzung des Arzneimittel-Rabattgesetzes auch für das private Krankenversicherungssystem und einen entsprechenden Gesetzesentwurf. Ein Sprecher des Gesundheitsministerium sicherte zu, die Entwicklung der Medikamentenausgaben in der privaten Vorsorge genau zu beobachten.