Bald Ersetzung der Pflegestufen durch fünf Pflegegrade
Bald Ersetzung der Pflegestufen durch fünf Pflegegrade

Das Pflegestärkungsgesetz 1 erfordert einen ersten Anstieg des Beitrages zum 1.1.2015 um 0,3 Prozent. Davon sollen die verbesserten Leistungen und auch der sogenannte Pflegevorsorgefonds finanziert werden. Außerdem soll es mehr Pflegekräfte und weniger Bürokratie in der Pflege geben. Zur besseren Einstufung der Pflegebedürftigen ist aktuell noch das Pflegestärkungsgesetz 2 in Arbeit. Dies soll einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und fünf neue Pflegegrade auf den Weg bringen.

Die neue Einstufung

Bisher werden Pflegebedürftige abhängig vom zeitlichen Aufwand der Pflege in die Pflegestufen eingeteilt. Deshalb erhalten Menschen mit einer eingeschränkten Alltagskompetenz, wie beispielsweise Demenz, oft eine Pflegestufe und daher auch keine Leistungen aus der Pflegeversicherung. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff soll sich nun nicht mehr nach dem zeitlichen Aufwand richten. Maßstab für die Einstufung soll die Selbstständigkeit der Betroffenen sein. Dafür soll es sechs Kriterien geben. Bis 2015 gibt es eine Probephase, in der dieses System evaluiert werden soll. Alle, die bis zur Einführung der neuen Pflegegrade bereits eine Pflegstufe haben, werden automatisch in die neuen Pflegegrade eingeteilt. Weiterführende Informationen zur Thematik sind zum Beispiel unter Wohnen-im-alter.de zu finden.

Das neue Begutachtungsassessement (NBA)

Die sechs Bereiche, die künftig bei der Einstufung begutachtet werden sollen, sind Hilfen bei Alltagsverrichtungen, psychosoziale Unterstützung, nächtlicher Hilfebedarf, Präsenz am Tag, Unterstützung beim Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen und die Organisation der Hilfen. Zur psychosozialen Unterstützung gehören zum Beispiel Hilfe bei Verwirrtheit, Depressionen oder der Strukturierung des Tagesablaufes.

Die Erprobungsphase

Bisher befindet sich dieses System in der Erprobung. Dazu gibt es zwei Modellprojekte. Das erste ist die „Praktikabilitätsstudie zur Einführung des Neuen Begutachtungsassessement“ und das zweite die „Evaluation des Neuen Begutachtungsassessements (NBA) – Erfassung von Versorgungsaufwänden in stationären Einrichtungen“, dieses untersucht, welche Leistungen ein Pflegebedürftiger braucht und wie groß der Zeitaufwand dafür ist.