Basistarif: Honorarverlust der Ärzte
Basistarif: Honorarverlust der Ärzte

Mediziner erhalten zukünftig ein geringeres Honorar für Privatpatienten, die im Basistarif abgesichert sind. Das fünfte Sozialgesetzbuch regelt auch die Höhe der ärztlichen Gebühren: Nach § 75 Absatz 3a konnten die Leistungen mit dem 1,38 bis 1,8-fachen des Satzes der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) vergütet werden. Zukünftig werden die Honorarbeträge mit einer Spanne von 0,9 bis 1,2 abgerechnet. So können zum Beispiel die Arbeiten im Labor mit dem 0,9-fachen der festgesetzten Gebühren vergütet werden. Gebühren in besonderen Fällen, für physikalisch-medizinische Leistungen sowie für Strahlendiagnostik und Nuklearmedizin werden mit dem normalen Gebührensatz bezahlt.

Alte Regelung

Vor dieser speziellen Regelung für den Basistarif wurde für solche Leistungen das 1,38-fache berechnet. Alle übrigen Behandlungen werden mit dem 1,2- fachen des GOÄ-Gebührensatzes bezahlt. Bisher wurden Laborleistungen mit dem 1,16-fachen Gebührensatz abgerechnet, die übrigen ärztlichen Leistungen erbrachten das 1,8-fache des Gebührensatzes.

Kassenärztliche Vereinigung und der PKV-Verband

Sowohl die Kassenärztliche Bundesvereinigung als auch der PKV-Verband seien mit der Einigung zufrieden, so schrieb das Deutsche Ärzteblatt in der Ausgabe vom 15.02.2010. Die KBV wehrte sich erfolgreich gegen eine Umstellung der Vergütungsvorgaben. Der PKV-Verband wollte die ärztlichen Leistungen im Basistarif auf den einheitlichen Bewertungsmaßstab der Gesetzlichen Krankenversicherung festsetzen.

Die Kassenärztliche Vereinigung sieht es als Erfolg, dass die ärztliche Vergütung oberhalb des Niveaus der gesetzlich krankenversicherten Patienten bleibt. Für den Verband privater Krankenversicherungen ist es hingegen ein kleiner Verlust, da sich die Anzahl der Basistarif-Kunden in Grenzen hält. Genau gesagt sind es 15.000 privat versicherte Personen, die den Basistarif gewählt haben. Demnach können die Honorarverluste von den betroffenen Medizinern gut verkraftet werden.

Gebührensätze und Hintergrund der Debatte

Die Gebührensätze sind neu zu verhandeln, wenn mehr als 100.000 Versicherte den Basistarif wählen. Tritt dieser Fall nicht ein, so gilt die Vereinbarung voraussichtlich bis zum 31. Dezember 2012.

Im März 2007 wurden Unternehmen der privaten Krankenversicherung mit dem Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung verpflichtet, ab Januar 2009 einen einheitlichen PKV-Basistarif anzubieten. Die Vertragsleistungen der privaten Krankenversicherung sollten sowohl in der Art und dem Umfang als auch in der Höhe mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar sein. Verhandlungen über das Ablösen der Steigerungssätze zwischen PKV und KBV scheiterten, so dass der PKV-Verband Ende 2009 ein Schiedsverfahren einleitete.

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