BdV rät: PKV-Beitragssteigerung nicht still hinnehmen
BdV rät: PKV-Beitragssteigerung nicht still hinnehmen

Wie die Beitragspläne für das kommende Jahr zeigen, werden zahlreiche private Krankenversicherungen ihre Prämien ab 1. Januar 2012 erhöhen. Besonders betroffen sind laut Medienberichten Versicherte der ARAG, Central,  AXA, DKV, Gothaer und Mannheimer. Die meisten Versicherungsnehmer fühlen sich angesichts der Entscheidung ihrer Krankenversicherung hilflos. Betroffene sollten die Beitragserhöhung jedoch keineswegs wortlos hinnehmen, so Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). Sie empfiehlt den Versicherten aktiv zu werden. Wer den Wechsel zu einem anderen Versicherer scheut, sollte seine Krankenversicherung auffordern ein alternatives Tarif-Angebot zu erstellen und auf seine Rechte pochen, so Boss.

Recht auf Tarifwechsel einfordern

Jeder privat Versicherte besitze die Möglichkeit, bei der Erhöhung seiner Prämien in einen anderen Tarif mit günstigeren Beiträgen zu wechseln, so Boss. Zwar würden sich manche Versicherungsunternehmen gegen einen Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft sträuben, jedoch sollten Versicherungsnehmer beharrlich bleiben. In der Vergangenheit wurden immer wieder Fälle bekannt, in denen Versicherungen Bestandskunden nicht in andere Tarife lassen wollten.

Möglichkeiten für Betroffene

Der Tarifwechsel innerhalb des gleichen Versicherungsunternehmens hat für Versicherte verschiedene Vorteile: Zum einen  bleiben die Altersrückstellungen vollständig erhalten und zum anderen wird in der Regel keine neue Gesundheitsprüfung notwendig. Laut Boss sollten Versicherte die private Krankenversicherung schriftlich auffordern, ein Tarifangebot zu erstellen. Es komme leider häufig vor, dass Anfragen zum Tarifwechsel nur sehr langsam bearbeitet würden. Daher sei es empfehlenswert bereits im Schreiben eine angemessene Antwortfrist zu setzen. Stelle sich die Gesellschaft quer oder verweigere die Zusammenarbeit, sollten Versicherte nicht zögern, sich mit ihren Problemen an den Ombudsmann der privaten Kranken- und Pflegeversicherung zu wenden, so Boss.  

Vergleich der Tarife und Leistungen unerlässlich

Alternativ können Versicherte vor einem Wechsel Tarifvergleiche der Anbieter von unabhängiger Stelle erstellen lassen. Der neue Tarif muss zwar nicht zwangsläufig weniger Leistungen enthalten, jedoch ist bei einem größeren Leistungsumfang Vorsicht geboten. In diesem Fall kann der Versicherer Risikozuschläge und eine Wartezeit verlangen, welche durch die Vereinbarung eines Leistungsausschluss vermieden werden könnten, sagte Boss.

Höhere Selbstbeteiligung keine Lösung

Davon, bei steigenden Krankenversicherungsbeiträgen die Selbstbeteiligung zu erhöhen, hält Boss wenig. Dies hätte möglicherweise Mehrkosten zur Folge, sofern der Versicherte im Folgejahr öfter den Arzt aufsuchen muss. Durch die höhere Selbstbeteiligung hätte der Versicherte schließlich sogar höhere Ausgaben und der anfängliche Spareffekt sei dahin.