Beitragserhöhung für die Pflegeversicherung reicht nicht aus
Beitragserhöhung für die Pflegeversicherung reicht nicht aus

So äußert sich beispielsweise Helmut Laschet, Ressortleiter für Gesundheitspolitik bei der Ärzte Zeitung, kritisch über die von der Großen Koalition vereinbarte Kapitalrücklage in der gesetzlichen Pflegeversicherung. Diese soll die künftig höheren Ausgaben in der Pflege abdecken. Laut Laschek werden die stetig steigenden Kosten dadurch jedoch nicht abgefangen.

Demografischer Wandel schon lange bekannt

Der demographische Wandel und die damit verbundenen Probleme für die Finanzierung der Pflege ist schon lange bekannt, dennoch beginnt man erst jetzt, Lösungen für diese zu entwerfen. Ein Ansatz hätte laut Laschek bereits vor 20 Jahren not getan.

Neue Leistungen brauchen Beitragserhöhungen auf

Eine weitere Mehrbelastung für die Pflegekassen sind die von der Bundesregierung geplanten Mehrleistungen. Diese würden die angesparten Reserven schnell aufbrauchen. Mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz wurden bereits unter anderem die Leistungen für Demenzkranke deutlich erhöht. Weitere neue Leistungen sind geplant. Und spätestens wenn in 15 Jahren die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er Jahre potentiell pflegebedürftig werden, steigen die Belastungen für die Beitragszahler noch einmal stark an.

Im Gegensatz zur privaten Versicherung bisher keine Rücklagen

Im Gegensatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung seien die privaten Anbieter laut Ärzte Zeitung besser aufgestellt. Hier sei die Risikolage wesentlich besser und zudem bereits Kapitalanlagen aufgebaut worden. Diese betrugen Ende 2012 circa 26 Milliarden Euro. Die gesetzliche Pflegeversicherung, die etwa zehnmal größer ist, hätte demnach bereits 260 Milliarden Euro angespart haben müssen. Nun wird erst 2015 mit dem Aufbau von Rücklagen begonnen.

Finanzierungsproblem in der Pflegeversicherung bleibt

Das demografische Problem in der gesetzlichen Pflegeversicherung ist auch mit der geplanten Erhöhung des Beitragssatzes nicht gelöst. Private Vorsorge kann die Versorgungslücken auffangen. Derartige Verträge, beispielsweise Pflegetagegeldpolicen oder Pflegerenten, hatten nach Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums Ende 2009 jedoch nur 9,43 Millionen Deutsche abgeschlossen.