Der Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung
Der Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung ist praktisch immer möglich © panthermedia.net / Randolf Berold

Aktuell erhalten wieder viele der rund 8,5 Millionen Versicherten in der privaten Krankenversicherung Post mit Beitragsinformationen für 2016. Viele Gesellschaften erhöhen zum Januar die Beiträge in bestimmten Tarifen. Wer die Beiträge nicht mehr zahlen kann oder will, sollte zur Beitragssenkung zuerst den internen Tarifwechsel für sich prüfen.

Günstigere Beiträge, gleiche Leistungen, Übernahme der angesparten Alterungsrückstellungen, keine Fristen, keine Gesundheitsprüfung für bestehende Leistungen – das sind die wichtigsten Vorteile eines internen Tarifwechsel bei der eigenen Gesellschaft. Und: Möglich ist dieser Schritt auch für langjährig Versicherte. Doch wie genau funktioniert das? In der Theorie ist es einfach, denn laut Versicherungsvertragsgesetz §204 hat jeder das Recht, diesen internen Wechsel kostenlos zu vollziehen. Versicherungen müssen sogar Vorschläge unterbreiten.

Unterstützung beim Tarifwechsel

Doch in der Praxis halten viele Versicherungen ihre Kunden beim Tarifwechsel hin oder zeigen nicht immer geeignete Alternativtarife (z.B. lediglich Basistarif) auf. Ebenfalls keine Seltenheit ist die Reduzierung von Leistungen, was Versicherte später, wenn sie genau diese Leistungen benötigen, vor Probleme und erneute Mehrkosten stellt. Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, äußerte gegenüber Spiegel Online: „[…] Die PKV betrügt Kunden systematisch um die Möglichkeit, geringere Beiträge zu zahlen.“ Deshalb müssen Kunden in der Realität den Tarifwechsel oft regelrecht bei ihrer Versicherung durchboxen, obwohl es Tarifwechsel-Leitlinien der Branche gibt. Es ist ratsam, sich beim Tarifwechsel professionelle Unterstützung zu holen, auch um Leistungen im neuen Tarif gleich oder gleichwertig zu halten. Dies kann beispielsweise ein unabhängiger Berater sein.

» Voraussetzungen und Möglichkeiten zum Tarifwechsel

Auch für langjährig Versicherte und Senioren

Der Tarifwechsel ist vor allem dann sinnvoll, wenn der aktuelle Vertrag bereits viele Jahre besteht. Faustregel sind mindestens fünf bis sieben Jahre. Damit ist ein Tarifwechsel unabhängig vom Alter des Versicherten und der Vertragslaufzeit jederzeit möglich. Dass Versicherte durch einen Tarifwechsel den Monatsbeitrag um dreistellige Beträge senken, ist keine Seltenheit. Bis zu 50 Prozent sind durchaus möglich. In der Finanztest-Ausgabe 3/2012 spricht Stiftung Warentest in Einzelfällen von 500 Euro Monatsersparnis.

Alternativen für kurze Zeit laufende Verträge

Wer erst wenige Jahre bei der aktuellen Gesellschaft versichert ist, für den ist der Tarifwechsel zwar möglich, in der Regel aber mit wenig Aussicht auf eine größere Monatsersparnis verbunden. In so einem Fall sollten Alternativen geprüft werden.

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